II. Die Technische Hochschule zu Hannover.
45
In den Tagen vom 2. bis 4. Juni 1881 beging die Anstalt die Feierihres fünfzigjährigen Bestehens.
Die Maschineningenieur-Abtheilung nahm im Jahre 1888 die bishervon einem Privatdozenten vertretenen Fächer Maschineuzeichnen, Grund-züge des Maschinenbaues, Experimente aus dem Gebiete des Maschinen-wesens und der technischen Hydraulik, Einrichtung der Werkstätten undFabrikanlagen sowie Wasserhaltungs-, Fürder- und Gebläsemaschinen inden ordentlichen Lehrplan auf. Zwei neue Professuren erhielt die Ab-theilung in den Jahren 1887 und 1896, so dass jetzt sechs etatsmässigeLehrstühle für das Maschineningenieurwesen vorhanden sind. Behufs Ein-führung praktischer Uebungen erfolgte (1896) auch die Errichtung einesMaschinenlaboratoriums, dessen Bau und Einrichtung rund 90 000 Markkosteten. Ebenso wurden infolge der Erweiterung und Verschiebung derDisziplinen in der Bauingenieur-Abtheilung auch dieser in den Jahren 1883und 1890 zwei neue Professuren hinzugefügt. Die Zahl der etatsmässigenLehrstühle für Bauingenieur-Wissenschaften beläuft sich hiernach auf 5,zu denen noch eine Professur für Geodäsie hinzutritt.
Angesichts der mächtigen Entwickelung der elektrotechnischen Wissen-schaft wurde im Jahre 1886 die für dieses Gebiet erst vor Kurzem ge-schaffene Dozentenstelle in eine etatsmässige Professur umgewandelt. DieZahl der Praktikanten in dem gleichzeitig errichteten Laboratorium er-langte in der nächsten Zeit eine solche Höhe, dass, nachdem man vorerstbedeutende Mittel zur Ergänzung der Einrichtungen aufgewendet hatte,im Jahre 1898 ein Erweiterungsbau mit 30 000 Mark ausgeführt werdenmusste. 1895 fand die Elektrochemie Aufnahme in den Lehrplan, 1898wurde für dieses Fach eine Professur errichtet, und gegenwärtig ist manim Begriff, das anfänglich mit bescheidenen Mitteln eingerichtete Labo-ratorium mit den neueren Erfordernissen der technischen Wissenschaftauszustatten.
Behufs Einführung von Uebungen in der technischen Chemie wurde1888 ein Praktikäntenraum 'hergestellt. Ebenso mussten 1896 für Vor-träge über physikalische'’Chemie geeignete Räume beschafft werden. DieEinführung von Uebungen auf diesem Gebiete hatte 1897 die Beschaffungweiterer Räumlichkeiten und die Errichtung eines Lehrstuhls für organischeund physikalische Chemie zur Folge.
Den Bedürfnissen der Architekturabtheilung hatte man im Jahre 1891durch die Umwandlung der Dozentenstelle für Kunstgeschichte in eineProfessur Rechnung getragen. Gegenwärtig geht man daran, die Gips-modellsammlung in grossem Umfange für den Unterricht zu ergänzen.
Die einzelnen Unterrichtsfächer waren mit ihrem inneren Ausbauauch räumlich über die ihnen gezogenen Grenzen gewachsen, und neueDisziplinen waren hinzugekommen. Ein Raummangel hatte sich daherschon längst fühlbar gemacht, zu dessen Beseitigung im Jahre 1894 ein