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Die technischen Hochschulen in Preussen : eine Darstellung ihrer Geschichte und Organisation nach amtlichen Quellen
Entstehung
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Die geschichtliche Entwickelung der Technischen Hochschulen.

dieengere Lehrerkonferenz, welche aus dem Direktor, sechs Lehrernund dem Syndikus gebildet wurde. Diese hatte die Aufgabe, demDirektor in wichtigen Angelegenheiten berathend beizustehen, jener da-gegen die disziplinäre Haltung der Schüler zu überwachen.

Im Jahre 1870 ging die Anstalt in die Verwaltung des PreussischenMinisteriums für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten über, undgleichzeitig erfolgte die Aufhebung der Verwaltungskommission. An derenStelle wurde ein Staatskommissar,, der Ober-Präsident in Hannover, mitder Wahrnehmung gewisser Funktionen beauftragt,*) während derDirektor der Schule in allen denjenigen Beziehungen, in denen er bisherder Verwaltungskommission untergeordnet war, unter das Ministeriumtrat. Jedoch wurde durch den diese Verhältnisse regelnden Ministerial-erlass vom 22. Dezember 1870 IV 14620 11 bestimmt, dass dienachfolgenden Geschäfte fortau zu den Obliegenheiten des Direktors ge-hören sollten:

1. Die Anstellung des für die Gebäude, die Sammlungen und denUnterricht erforderlichen Dienstpersonals, vorbehaltlich höherer Ge-nehmigung;

2. die Einführung und Verpflichtung der Lehrer und Beamten derAnstalt;

3. die Ertheilung von Urlaub, und zwar an die Lehrer und Beamtenbis zu sechs Tagen, an das Dienstpersonal bis zu vierzehn Tagen;

4. die Anberaumung der Prüfungen;

5. die Ausstellung von Zeugnissen für die Studirenden.

Im Jahre 1873 wurden in gleicher Weise wie für die Gewerbe-akademie in Berlin, so auch für die Polytechnische Schule in HannoverDiplomprüfungen**) eingeführt. Daneben blieb die seit der Begründungder Anstalt getroffene Einrichtung, wonach am'Schlüsse des Studienjahresfakultative Prüfungen in den einzelnen Fächern stattfanden, unverändertbestehen.

Das Jahr 1875 bedeutet einen wichtigen Abschnitt in der Geschichteder Anstalt. Der erste Direktor und hervorragende Lehrer der Tech-nologie Dr. Karl Karmarsch trat nach vierundvierzigjähriger segensreicherWirksamkeit in einem Alter von 72 Jahren aus seiner Stellung zurück.Freunde und Verehrer stifteten zur Erinnerung an ihn eine Karmarsch-Stiftung behufs Unterstützung würdiger und bedürftiger Studirender.Nach seinem Rücktritt übernahm am 1. August Professor Dr. Launhardtdas Direktorat. Dagegen ging die gleich darauf erledigte Stelle desSyndikus infolge ministerieller Verfügung vom 9. August 1875 gänzlich ein.

Die Zahl der Schüler war seit dem Jahre 1831 von 123 auf 868 ge-stiegen. Diese Zunahme der Frequenz nöthigte, nachdem schon in den

*) Siehe Seite 73. **) Siehe Seite 110.