Druckschrift 
1 (1895) Neun Lieder und Gedichte bezüglich unsrer Thäler / von C. Lenz senior (Ehrenvorsitzender des Mosel- und Saar-Vereins)
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

4

Sommerfrische

Springler sTo ac Ix

früher adliges Mönchskloster am Kondel.

n herrlichem WaldesrandeAuf grüner, blumiger Au,

Da sassen die Herren von StandeVor Zeiten im Klosterbau.

Sie hatten entsaget dem LebenVoll Kampf wie auch Ritterspiel,Der Frömmigkeit galt ihr Streben,Der Himmel war ihr Ziel.

Im Kirchlein ganz dicht danebenErschallte ihr frommer Gesang,

Das Herz sie zu Gott erhebenBeim silbernen Glockenklang.

Und ringsum in weiter RundeHerrscht stille, friedliche Ruh,

Ein plätschernder Bach im Grunde,Hüpft lustig dem Thale zu.

Aus duftigem Waldesrauschen,Schallt lieblich an unser OhrUnd zwinget hinaus zu lauschen.Der munteren Vögelein Chor.Verschwunden sind die GestaltenDer Mönche vor langer Zeit,

Ein munteres, emsiges WaltenHerrscht heute im Klostergebäud,Es eilen von Ost und Westen,

Von Süd und Norden aufs neuFortwährend Scharen von GästenZur Sommerfrische herbei,

Zu stärken die müden GliederZu ruhen nach emsigem Fleiss,

Und alle kehren dann wiederVergnügt zum heimischen Kreis.Beim duftigen Waldesrauschen,

In frischer Gottes NaturDem Sange der Vögel lauschen,

Ja, das ist die beste Kur.

\

13