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1 (1922) Buddenbrooks : Verfall einer Familie
Entstehung
Seite
212
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Ich könnte auch nicht einen Tag zulegen, wenn ich esnach so gerne wollte!"

„Und das ist so fürchterlich weit fort . . .!"

„Amsterdam? Pah! gar nicht! Und denken kann mandoch immer aneinander, wie? Und ich schreibe! Paß auf,ich schreibe, sowie ich dort bin . .

„Weißt du noch ..sagte sie, „vor einundeinhalb Jahren?Beim Schützenfest? . .

Er unterbrach sie entzückt . . .

„Gott, ja, einundeinhalb Jahre! . . . Ich hielt dich füreine Italienerin . . . Ich kaufte eine Nelke und steckte sieins Knopfloch ... Ich habe sie noch . . . Ich nehme siemit nach Amsterdam ... Was für ein Staub und eine Hitzewar auf der Wiese! . .

„Ja, du holtest mir ein Glas Limonade aus der Budenebenan . . . Ich erinnere das wie heute! Alles roch nachSchmalzgebäck und Menschen . . ."

„Aber schön war es doch! Sahen wir uns nicht gleichan den Augen an, was für eine Bewandtnis es mit unshatte?"

„Und du wolltest mit mir Karussell fahren . . . aber dasging nicht; ich mußte doch verkaufen! Die Frau hätte ge-scholten . . ."

„Nein, es ging nicht, Anna, das sehe ich vollkommen ein."

Sie sagte leise: „Und es ist auch das Einzige geblieben,was ich dir abgeschlagen habe."

Er küßte sie aufs neue, auf die Lippen und die Augen.

„Adieu, meine liebe, gute, kleine Anna! . . . Ja, manmuß anfangen, Adien zu sagen!"

„Ach, du kommst doch morgen noch einmal wieder?"