fiel, verfolgte er ein paar Schritte weit abwärts, bis ervor einem kleinen Hause stand, einem ganz bescheidenenBlumenladen mit schmaler Tür und dürftigem Schausenster-chen, in dem ein paar Töpfe mit Zwiebelgewächsen neben-einander aus einer grünen Glasscheibe standen.
Er trat ein, wobei die Blechglocke oben an der Tür zuklefsen begann wie ein wachsames Hündchen. Drinnenvorm Ladentisch stand im Gespräch mit der jungen Ver-käuferin eine kleine, dicke, ältliche Dame in türkischem Um-hang. Sie wählte unter einigen Blumentöpfen, prüfte,roch, mäkelte und schwatzte, daß sie beständig genötigt war,sich mit dem Schnupftuch den Mund zu wischen. ThomasBuddenbrook grüßte sie höflich und trat zur Seite . . . Siewar eine unbegüterte Verwandte der Langhals', eine gut-mütige und schwatzhafte alte Jungfer, die den Namen einerFamilie aus der ersten Gesellschaft trug, ohne dieser Ge-sellschaft doch zuzugehören, die nicht zu großen Diners undBällen, sondern nur zu kleinen Kasseezirkeln gebeten wardund mit wenigen Ausnahmen von aller Welt „Tante Lott-chen" genannt wurde. Einen in Seidenpapier gewickeltenBlumentopf unter dem Arme, wandte sie sich zur Tür, undThomas sagte, nachdem er aufs neue gegrüßt hatte, mitlauter Stimme zum Ladenmädchen: „Geben Sie mir . . .ein paar Rosen, bitte . . . Ja, gleichgültig. Ua brance ..."
Dann als Tante Lottchen die Tür hinter sich geschlossenhatte und verschwunden war, sagte er leiser: „So, leg' nurwieder weg, Anna . . . Guten Tag, kleine Anna! Ja,heute bin ich recht schweren Herzens gekommen."
Anna trug eine weiße Schürze über ihrem schwarzen,schlichten Kleide. Sie war wunderbar hübsch. Sie war