Die Sonntage aber und die Ferien verlebte Tony in derMengstraße oder draußen bei den Großeltern. Welch Glück,wenn am Ostersonntag gutes Wetter war und man dieEier und Marzipanhasen in dem ungeheuren KrögerschenGarten suchen konnte! Welche Sommerserien an der See,wenn man im Kurhause wohnte, an der Table d'hote speiste,badete und Esel ritt! Auch wurden in einigen Jahren, wennder Konsul Geschäfte gemacht, Reisen von größerer Aus-dehnung unternommen. Aber welch Weihnachtsfest, vorallem, mit drei Bescherungen: zu Haufe, bei den Großelternund bei Sefemi, woselbst an diesem Abend der Bischof inStrömen floß . . . Am herrlichsten aber war dennoch derWeihnachtsabend zu Haufe, denn der Konsul hielt darauf,daß das heilige Christfest mit Weihe, Glanz und Stimmungbegangen ward. Wenn man in tiefer Feierlichkeit im Land-fchastgzimmer versammelt war, während die Dienstboten undallerlei alte und arme Leute, denen der Konsul die blaurotenHände drückte, sich in der Säulenhalle drängten, dann er-scholl dort draußen vierstimmiger Gesang, den die Chorknabender Marienkirche vollführten, und man bekam Herzklopfen,so festlich war eö. Dann, während schon durch die Spaltender hohen, weißen Flügeltür der Tannenduft drang, verlasdie Konsulin aus der alten Famili'enbi'bel mit den ungeheuer-lichen Buchstaben langsam das Weihnachtskapitel, und wardraußen noch ein Gesang verklungen, so stimmte man„O Tannebaum" an, während man sich in feierlichem Um.zuge durch die Säulenhalle in den Saal begab, den weitenSaal mit den Statuen in der Tapete, wo der mit weißenLilien geschmückte Baum flimmernd, leuchtend und duftendzur Decke ragte und die Gefchenktafel von den Fenstern bis
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