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1 (1845) [Aac - Aus]
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81
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Aargauische Kloster-Aufhebung. 81

tend zu machen. Im Kanton Solothurn, sobald hier der Sieg zweifelhaft zu werdenansing, war eine Jnsurrection von den Umgebungen der Abtei Mariastein zum Aus-bruch reif. Das Unheil ward nur durch Erscheinung einer aufgebotenen Truppenmachtund Grenzbesetzung von Seiten benachbarter Kantons verhütet.

Was hier mislungen war, sollte im Kanton Aargau mit größerer Kühnheit ausge-führt werden. Schon hatte sich, zu bestimmterer Leitung der katholischen Vereine und zurDurchfechtung der kirchlichen Ansprüche, in diesem Kanton ein besonderes Comite gebildet,welches nach seinem Versammlungsort, einem Dorfe des Bezirks Muri, den Namen desBüntzener Eomite's" trug.

Kaum war vom gesetzgebenden oder großen Rath des Freistaates durch eine Procla-mation (15. Januar 1840) die Frist zur Einreichung der Volkswünsche bekannt gemacht,begann jenes Comite seine Unternehmungen ins Werk zu setzen. Es berief sogleich, (schonauf den 2. Februar) einekatholische Volksversammlung" nach dem Städtchen Mellin-gen durch ausgesandte Schreiben zusammen; dazu erschienen zahlreiche Leute,-doch nuraus den drei Klosterbezirken; wenige aus andern katholischen Gegenden. Hier ward an-getragen und beschlossen: confessionelle Trennung des Landes durch abgesonderte großeRathscollegien für Verwaltung der Kirchen und Schulen; Wiederherstellung der Klösterin ihrer ganzen vormaligen Ünbeschranktheit; Erklärung von deren Vermögen als Gutdes katholischen Volkstheils, und das Veto des Volkes in der Gesetzgebung.

Gegen dergleichen Begehren, die den Staat zu zerrütten und zu spalten drohten, erhobsich nicht nur in einer eben so zahlreichen Volksversammlung zu Mumpf (9. Febr.) dieGesammtbevölkerung des katholischen Frickthals, sondern mehrere Versammlungen inBaden, von friedliebenden Bürgern der Klosterbezirke selbst, erklärten dem großen Rathöffentlich, solches sei keineswegs das Verlangen des ganzen katholischen Volkes im Aargau.Mit Unwillen vernahm man in protestantischen Bezirken die Wünsche der Versammlungvon Mellingen. Wie im Frickthal, schrieb man sie auch hier dem Einfluß der Klöster undder ihnen anhangenden, zum Theil von ihnen abhängigen Pfarrgeistlicken in den Gegendenan der Reuß zu. In Volksversammlungen evangelischer Eonfession trug man gemäßigtenSinnes auf Vertretung der Protestanten und Katholiken im großen Rath durch gleiche An-zahl von Abgeordneten beider Consessionen an, obwohl die katholische Bevölkerung des Lan-des beträchtlich geringer sei, als die protestantische. Strenger und gerechter forderten An-dere wieder, ohne Rücksicht auf Glaubensparteien, Stellvertretung des Volkes nach Ge-sa mm tza hl der Staatsbürger in den Bezirken.

x So mehrten sich Spannung, Zerwürfniß und widersprechende Wünsche. Die Führerdes Büntzner Eomite's reiseten emsig im Lande umher, Anhang zu werben, hielten Zusam-menkünfte, bald dort, bald hier, und ließen zu allen vorigen Flugblättern noch eine frischeZeitung in Druck erscheinen. Von Einsiedeln, im Kanton Schwyz, her mahnte eingedruckter Aufruf dies Comite zur Standhaftigkeit in seinem heiligen Werke. Unter denMauern der Abtei Muri ward abermals (22. Juni) Volksversammlung gehalten Derbesoldete Arzt des Klosters erschien als Vorsteher, und es ward beschlossen:es sollen dieRechte des Staates in kirchlichen Dingen durch ein Eoncordat zwischen der Kirche und derkatholischen Bevölkerung des Aargau's festgesetzt worden."

Der große Rath, wenn auch in seiner Mehrheit entschlossen, die von jeher gültigenRechte eines Staates circa sacrs unverletzt zu erhalten, konnte dennoch die im Volke geäu-ßerten Wünsche unmöglich vereinbaren, welche ebenso zahllos, als einander schroff wider-streitend, eingereicht wurden. Der Versuch theilweiser Befriedigung der Begehrenden mis-lang. Daher, als der Entwurf der revidirten Verfassung gedruckt und den stimmfähigenStaatsbürgern (5. October 1840) zurAnnahme vorgelegt wurde, ergab sich fast allgemeineVerwerfung desselben, und zwar aus den entgegengesetztesten Gründen, wie voraus zusehen war.

Das mühsame Geschäft mußte demnach von Neuem angefangen werden. Aber auchder Büntzner Glaubensausschuß säumte nicht, seine Umtriebe zum Besten der Klöster undder Hierarchie mit verdoppelter Kraft wieder zu beginnen. Er schrieb wieder eine großeVolksversammlung nach Baden (aufden 29. November) aus. Dazu erschien nun selbstStaatS-Lerikon. I. 6