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1 (1845) [Aac - Aus]
Entstehung
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76
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76 Aargauische Kloster,Aufhebung.

Die Entwürfe dazu mochten langst als fromme Wünsche vorhanden liegen. AberNapoleon's Sturz, die Freude der Fürsten, die Furcht derselben vor neuen Revolutio-nen, die Beschäftigung der Nationen mit ihren zerrütteten Häuslichkeiten winkten nun zurAusführung. Papst PiusVll. rief eilfertig im Jahre 1814, als entschieden tüchtigstenBeistand, den Orden der Gesellschaft Jesu ins Leben. Diese Gesellschaft, welchevor einem halben Jahrhundert noch weit über 20,000Arbeiter im Weinberge der römischenKirche gezählt hatte, war seitdem nur scheintodt dagelegen. Sie athmete immer noch ineiner kleinen Zahl ihrer Genossen, hinreichend, die ihr übriggebliebenen Reichthümer intiefster Verborgenheit zu hüten.

Kaum war den Jüngern Loyola's gestattet, sich öffentlich zu zeigen, vermehrtesich ihre Schaar in kurzer Zeitfrist und in wunderbarer Geschwindigkeit zu einem Heere,welches seine Abtheilungen nach allen Gegenden aussandte. Man sah, wie in N eapel unddem übrigen Italien ihre Werbeplätze, ebenso in Frankreich, Spanien, in derSchweiz, inBelgien und England. Die weltlichen Regierungen beachteten das Wie-dererscheinen der Jesuiten kaum, als sei es zu unerheblich für ihre Sorgen. Manche sahenes vielleicht sogar gern, in der irren Hoffnung, daß die, welche doch nur Schutzwachten derrömischen Hierarchie sein wollten, eben so gute Schutzwachten der Monarchie gegen dengebildeten Geist der Unterthanen werden könnten. Sie hatten aber vergessen, daß, wovorzeiten ihre blindgläubigen Unterthanen vor dem heiligen Stuhl unterwürfig knieelen,endlich auch Fürsten gern oder ungern mitknieen mußten. Hatten sie es nicht vergessen,so hielten sie sich doch vielleicht für überlegener an Geist oder stärker an materiellen Wi-derstandsmitteln , denn ihre Vorfahren.

Au diesen Widerstandsmitteln gehörte auch dasjenige, dessen sich schon vor Alters dieweltlichen Gebieter nach dem Beispiele der Päpste bedient hatten. Wie diese es gegenkirchliche, so wandten es Fürsten gegen politische Ketzereien an, nicht nur in Spanien,Frankreich u. s.w., sondern selbst in Deutschland, seit dem Reichsabschied von Speyerim Jahre 1571 (W. 134136.) bis zum Karlsbader Bundesbeschluß vom Jahre 1819.Polizei- und Censurbehörden würden also gegen Misbrauch von Gutenbergs Werkzeugauf die Wacht gestellt. Wohl ließ sich das materielle Werkzeug binden und zerstören, abernicht der Geist, dem, wo es Niemand vermuthet, Eisen und Holz zu Gebot stehen. Zudemverband man mit dem Worte Misbrauch der Presse nicht nur in jedem Lande einen anderenBegriff, sondern sogar im gleichen Lande bei jedesmaligem Regierungswechsel einen ande-ren. Der Zeitgeist blieb dabei unüberwindlich, der er gewesen. Und als im Kampf gegenihn Karl X. von Frankreich, um den Misbrauch der Presse zu vernichten, die Preßfreiheit(im Jahre 1830) selber misbrauchte, stürzte ihn der Geist vom Stuhl seiner Väter.

Indessen hatten aber die Sendboten des heil. Ignaz schon leisen Schrittes von Ortzu Ort ihre ehemaligen Heimathen aufgesucht, wieder gesunden und stattlich erneuert.Ihre Schulen füllten sich vieler Orten. Gläubige aus allen Ständen, welche von demZeitgeist Gefahr für die Religion, oder Mönche, die für Bestand ihrer reichen Abteien undKlöster, oder weltliche Herren, die für ikre Amtsstellen und Vorrechte fürchteten, schloffensich den Vätern der Gesellschaft Jesu hülfreich und Hülfe fordernd an. So bildete sichin wenigen Jahrzehenten, seit Verjüngung der Gesellschaft Jesu, wieder eine mächtigeBundesgenossenschaft für die Rechte des heiligen Stuhles Petri zu Rom und begann nachund nach den geistlichen Eroberungskrieg. Anfangs vernahm man nur von Plänkeleienund Vorpostengefechten. Die Heeresmasse ruhte. Noch fehlte dort und hier zur Schlachtdie volle Zahl, oder Begeisterung. (Eine Musterung ihrer Stärke in den Rbeingegendenward noch im Jahre 1844 bei Verehrung eines heiligen Rockes abgehalten.) Im Hinter-gründe der Gesammtschaaren standen wieder leitende Nuntiaturen, umgeben von Bischöfen,Aebten, Ordensprovincialen und Rectoren. Hin und wieder versuchte man endlich dieKraft der Neugeworbenen in ernstem Gefechten, um mehr Feld oder bessere Stellung zugewinnen, oder anderswo die Protestanten zurückzudrängen und zu demüthigen, oder auchselbst einzelne Rechte des Staates wenigstens zweifelhaft zu machen. So verbreitetesich allgemach, man wußte nicht, wie es kam- religiöser Unfriede durch mehrere Staaten,dessen stille Glut bald in Flammen aufzuschlagen droht.