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der StaatSwissenschaft und ihrer Theile.
archie der Idee eines freien, mitthin auch konstitutionell organisirten Bun-dessystems weichen. Bei so bedeutenden Völkern, wie die Deutschen, die Schwei-zer, die Amerikaner, suchten bereits die einzelnen Stämme und Provinzendurch Bundesverfassung die Vermittlung ihrer besonderen inneren selbstständigenEntwickelung mit einer zugleich freien oder friedlichen und hü.lfreichen National-verbindung, und hierdurch ein freieres und zugleich reicheres Leben, als der ein-fache Staat gewährt. Und Vieles läßt erwarten, daß andere bereits konstitu-tionelle und jetzt noch nicht konstitutionelle Reiche, um so mehr, je mehr ihreeinzelnen Theile verschieden sind und das Bedürfniß der Bewahrung und Aus-bildung ihrer Eigenthümlichkeiten haben, diesem Beispiele folgen werden. Einekonstitutionelle Bundes- und Rcichsverfassung wäre jedenfalls für Reiche, wiez. B. die große österreichische Monarchie, die allein denkbare Form einer etwadurch die rasch fortschreitende Zeit herbeigesührten konstitutionellen Entwicklung.Sodann aber werden und sollen zugleich auch die verschiedenen gesitteten Völkerbeim Fortschreiten der sittlichen Cultur in freien Bundesvcreinen eine brüder-liche HülfsVereinigung mit ihrer völkerrechtlichen Freiheit verbinden.Nur Schritt für Schritt zwar, aber dennoch in immer größeren Kreisen, brechensich die Ideen der Freiheit und Brüderlichkeit durch Friedens- und Hülfsvereineim Menschengeschlecht ihre Bahn. Von den engsten Kreisen, außerhalb welcherRechtlosigkeit, List, Eroberung, Raub oder Knechtschaft galten, allmälig vor-schreitend — von der Familie zur Gast- und Stadt- und Stamms- und Volks-und Religionsgenossenschaft — sodann ganze Reiche und Völkerfamilien ergreifend,will ihre Herrschaft endlich die Menschheit umfassen und vereinigen. Und esnaht in unserer wahrlich großen Zeit — dieser Zeit, welche halbe Welten freierStaaten und Verfassungen sich entwickeln und immer mehr die brüderlichen Hän-de reichen, immer schneller die täglichen friedlichen Eroberungen im Reiche der' Cultur und Wissenschaft sich mittheilen sieht — es naht immer mehr der höchsteTriumph der Rechts- und Staatsphilosophie. Es naht — daran zu glaubenund daran zu arbeiten ist des Weltbürgers Pflicht — der Zeitpunkt, an welchemdie gesitteten christlichen Nationen das Bedürfniß fühlen werden, an die Stelleeines dürftigen völkerrechtlichen Friedens, der bis jetzt noch nicht die rohesteSelbstsucht und die listigste Uebervorthtilung als Maximen des gegenseitigen Ver-haltens, ja noch nicht die Eroberung, den Raub und den Mord gegen Nationenausschloß, auch im Völkervcrhältm'ß eine moralische Ordnung und eine brüder-liche Hülfsverbindung für die Freiheit und die Cultur anzuerkennen und zu be-gründen. Alsdann werden die jetzt sogar von einer französischen Juliregierungwohlgefällig angepriesenen Principien gemeiner Selbstsucht oder der ausschließli-chen Verfolgung der eigenen materiellen Interessen im Völkerverhältniß, dannwerden Hinterlist und Täuschung, Mord und Raub gegen Völker nicht ehren-voller sein, als sie im Kreise des Privatlebens es sind. Selbst die Regierungenwird der Drang der Notbwendigkeit zu diesem gewaltigen Fortschritte antreiben.Denn bei dem heutigen allgemeinen politischen Austausch und Nachdenken müssendie schlechten Grundsätze, der Eigennutz, die List und Gewalt im Völkerverhält-niß ansteckend und verderblich auch für die inneren Verhältnisse wirken. Sie)- müssen auch noch aus andern Gründen von den Regierungen als für sie selbstverderblich anerkannt werden. Denn bei ihrer bereits bestehenden Verbindungzu einem gemeinschaftlichen System von Europa fällt selbst das Unrecht vonEinzelnen auf Alle zurück, welche dieses System erhalten. Die Völker aber sindbereits von höheren Ideen ergriffen, und die Regierungen bedürfen heutzutagevor Allem der Achtung und des vollen Vertrauens der Völker für ihre Existenz.Es müßte rückwärts gehen mit der Freiheit und Cultur im Innern, wenn ihr- offenbares Gegentheil im Verhältniß der Völker sich noch lange sollte behauptenkönnen. Aber nicht das Rückwärts, sondern das Vorwärts in Freiheit undCultur ist die Loosung der heutigen Menschheit. Und es muß die Loosung der