XXX
Vorrede
päischen Nationen, ihre Aufklärung, ihre wechselseitige Mittheilung ihrer Ideenund Erfahrungen und ihre stete Assimilation. Das Fürstenthum der germanischenVölker kann heutzutage ohne die politische Freiheit gar nicht bestehen, weil es dieVölker selbst nicht können.
Es ist endlich fürs dritte dieses absolute Königthum, da es die rech-ten Zwecke und Gegenstände seiner allgewaltigen Wirksamkeit und mit ih-nen zugleich die wenigstens einigermaßen gegen Mißbrauch schützenden Gegenge-wichte, die der Reste altdeutscher Freiheitseinrichtung, wie die der hierarchischen undfeudalaristokratischen Gewalten, verlor, immer mehr entartet und despotischer ge-worden. Es wird endlich durch seine Grundlosigkeit wie durch seinen Widerspruchmit der heutigen politischen Aufklärung und Bildung der civilisirten Welt und mitden stärksten natürlichen, sittlichen, politischen und ökonomischen Bedürfnissen undTrieben der Völker, überhaupt mit ihrer unabweisbaren freien Entwicklung, zugehässigen und verderblichen Mitteln und Theorieen verführt. So verführen esunsere falschen Conservativen zu all jenen schon berührten servilen Theorieen, zujenen verhaßten Polizei- und Staatsmitteln und zu der Furcht vor Aufklärungund Freiheit der Bürger, zu Mitteln und Theorieen, welche ihm immer mehr dieLiebe, die Unterstützung, ja die Achtung der Völker rauben, es in immer be-denklichem Kampf mit denselben setzen, und welche, was das Bedenklichste ist,bei der durch diese Mittel selbst wachsenden Freiheitsliebe täglich unwirksamerwerden.
Wie wirkungslos und verderblich wurden nicht schon englischen und französi-schen Königen jene Theorieen eines unchristlichen, als die staatsbürgerliche Freiheitausschließend aufgefaßten, göttlichen und väterlichen Rechts der Könige! Wo istder Glaube der Bürger an dasselbe? Der Nimbus dieses aus der päpstlichenOberlehnsherrlichkeit der Christenheit stammenden göttlichen Rechts ist unrettbardahin. Wo ist ferner jener Glanz der Höfe, welcher den Fürsten als einen irdischenJupiter darstellte, und wo ist die verblendete knechtische Anbetung desselben imVolke, wo der blinde Glaube an alle Gewalt? Selbst dem „ritterlichen" Kö-nigthum setzt das Volk die schlichte christliche und bürgerliche Moral und die Ge-genseitigkeit aller Treue, ihre Nothwendigkeit auch von Seiten des Fürsten, die Hei-ligkeit der Justiz und die Förderung edler Furchtlosigkeit vor der Wahrheit entgegen.Es fühlt und erkennt immer klarer den Gegensatz all jener Polizei - und Staats-mittel mit dem was ritterlich, ächt königlich und sittlich achtbar sein soll. Kraftlosist Adam Müller's und Schlegel's und Fouque's Romantik und vollends das Hirn-gespinnst der neuen Feudalaristokratie eines Hrn. v. Hallerund des durch Mangel anLesern verstorbenen Berliner Wochenblatts. Verhaßt ist, wo sie im Leben sichzeigt, feudalaristokratische und militärische Junkerei und Usurpation. Wirkungslossind A^nnspruch und Zauberformel der Hegel'schen und historischen Schulen, jeneangebliche Vernünftigkeit und die (alles freie praktische Sollen und Reformirenausschließende) Nothwendigkeit alles dessen, was ist oder was historischwurde. Die Vorrede zum letzten Hauptwerke des berühmten Gründers der hi-storischen Schule erkennt selbst wieder die praktische Gültigkeit der natürlichenRecht^rundsätze an. Jener Lehre des Sich von selbst machens durch diehistorische Entwicklung der Dinge benimmt sogar in Beziehung auf Revolution