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1 (1845) [Aac - Aus]
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zur ersten Auflage.

einhergeht, auch mit Niedergeschlagenheit wahrnehmend, daß die erste Bedingungdes Gedeihens der Republik, die Tugend, noch allzuwenig unter den Völkernherrschend, und daß sic allzu schwach sei gegen die Lockungen der Selbstsucht, be-freundeten sic gleichwohl sich allmälig mit dem früher gefürchteten, wenigstens fürpraktisch unausführbar geachteten, obschon theoretisch einladenden Gedanken derRepublik, als mit dem letzten, wenn auch verzweifelten, Mittel der Rettung.Die unermeßliche Mehrzahl der Liberalen hatte b.'sher treu an dem Systemder constitutionellen Monarchie gehangen; sie hatte in ihr die schönste undzugleich gefahrloseste Verwirklichung des Ideals eines Rechtsstaates erblicktund auch nach oft erfahrenen bittern Täuschungen und traurigen- Fehlschlagungenden endlichen Sieg jenes Systems über die ihm feindlichen Tendenzen der meistenMinister und Bevorrechteten gehofft. Noch jetzt hoffen Viele solchen Sieg; aberViele leider! haben die Hoffnung aufgegeben, oder sind nahe daran, es zu thun.Gewisse traurige Acte der Staatsgewalt, nicht die republikanischen Tageblätter,nicht die Deklamationen der Ultraliberalen haben solchen Umschwung der Gedanken .und Gesinnungen hervorgebracht. Der Streit, welcher früher blos um mehr oderweniger ächte Darstellung der Repräsentativverfassung unter monarchischemHaupte, blos um Fortschritt oder Stillstand geführt ward, droht jetzt einVertilgungskampf zu werden, ein Kampf auf Tod und Leben zwischenThron und Freiheit, zwischen Absolutismus und Republik, zwischenUnterdrückung und Umwälzung, Sultanismus und Demagogie...

Vor so trostloser Aussicht, vor so schrecklicher Alternative muß jeder Wohl-denkende, jeder Freund des Vaterlandes und der Menschheit erschaudern; jedermuß sich auch aufgefordert fühlen, so weit seine Kräfte reichen, dem hier wie dortdrohenden Unheil entgegen zu treten. Wie soll dieses geschehen? Wo sind die Be-schwörungsmittel des nahenden Sturms, die Mittel zur endlichen Herstellung desinnern Friedens? Sie sind, wenn irgendwo, zu finden in der möglichsten Ver-beut! ich» ng des Rechts durch allseitig freigegebene Discussion, undin der möglichst klaren Anscha uung der wirklichen Weltlage. Dazu wer-den nun freilich die Exaltirten, die Selbstsüchtigen, die Anmaßenden, die vonalten Vorurtheilen oder neuer Leidenschaft Dahingerissencn nimmer gelangen. Aberdie Wohlgesinnten auf beiden Seiten sollten wohl über diese zwei'Punkte untereinander wenigstens annähernd sich verständigen können, wenn sie nämlich, demMißtrauen, dem Haß, der Leidenschaft den Zugang verschließend, einer ruhi-gen, ernsten, nur auf Wahrheit und Gemeinwohl gerichteten Erwägung sich hin-gäben; und wären einmal die Wohlgesinnten und Verständigen, die für Ueberzeu-gung und Rechtsachtung Empfänglichen zum Frieden gestimmt, so würde derFriede sich bald auch den des Selbsturtheils minder mächtigen Massen mittheilcn,und die größere oder kleinere Zahl der Exaltirten und Unlautern auf beiden Seitenbald ohne Einfluß mehr sein.

Die Wohlgesinnten nun unter der Reactions- oder absolutistischenFahne können sicherlich nicht den Absolutismus als solchen oder als ein Gutesansich begehren. Wenn sie dafür streiten, so thun sie es offenbar nur aus Furchtvorder, wie sie glauben, gegenwärtig den Einbruch drohenden allgemeinen Um-wälzung. Gegen so dringende und äußerste Gefahr, meinen sie, könne jetzt nur