XIV
Vorwort
rischen Rechtes, d. h. die Priv ilegirten und ihre Knechte und die künstlichin deren Allianz gezogenen Vertheidiger des göttlichen Rechtes derFürsten,erneuerten und verstärkten ihren Entschluß zur völligen Unterdrückung jeder mitsolchem historischen und göttlichen Recht unvereinbar erscheinenden Freiheit. Bieleglaubten aufrichtig, Viele stellten sich an zu glauben, es sei das Streben der Con-stitutionellgesinnten auf Umsturz der Throne und auch der Altäre, überhaupt allesdessen, was ehrwürdig nach seinem Begriff und durchs Alter geheiligt ist, gerich-tet; Viele erschauten, durch eine krankhafte Phantasie bethört, in dem Triumphedes konstitutionellen Systems die Wiederkehr derRobespierreschen Schrecken;und einige vereinzelte Ausschweifungen oder tolle Sinnesäußerungen von Schwär-mern liehen dem Bezeigen solcher Furcht einen scheinbaren Vorwand. Das unterdem Namen des j,i s t 6 m i I i e „ sich gleisend wider die Freiheit erhebende Systemin Frankreich und die Wiederervberung Marsch au's durch die Russen erhöhten denMuth der Reactionsmänner, und „jetzt oder nie" ward ihr Feldgeschrei. Inbetäubend schneller Folge erschienen jetzt die Gewaltsdictate, die Ausnahmsgesetze,die fast terroristischen Maßregeln gegen die mit dem Namen der Revolutionnairebezeichneten Freiheitsfreunde und gegen das Princip der Freiheit überhaupt. Ein-mal auf diesem Wege begriffen, das erkannten die Reactionsmänner wohl, sei vomStillehalten nicht mehr die Rede; nur in völliger Erreichung des Zieles, d. h. inErdrückung aller Freiheit und alles selbstständigen Rechtes, liege das Heil oderdie Gewährleistung für den Fortbestand der historischen Rechte. Auch der letzteKeim des Freiheitsprincips könne wieder neue Wurzeln schlagen und zum mächtigenBaume werden, auch der letzte Funke eines Freiheitsgedankens könne zur weltver-wüstenden Flamme werden. Nur in der absolutenMacht also, welche übri-gens nach den persönlichen Gesinnungen der wirklichen Häupter nichtanders als wohlthätig, human und allen Privatrechten, zumal aber allen mate-riellen Interessen befreundet wirken werde, liege noch die Rettungshoffnungfür Europa. - Alle früher gemachten Concessionen, die da als verderblich in derErfahrung sich dargestellt hätten, müßten zurückgenommen werden; das anmaß-liche Volksrecht, als dem göttlichen Monarchenrecht entgegenstehend, müsse aus-hören; die revolutionnaire, d. h. die liberale Presse durch Schrecken und Gewaltzum völligen Schweigen gebracht, die öffentliche Meinung nur durch Mittheilun-gen von oben gelenkt werden; in der Weisheit und Gerechtigkeit der Re -gierungen allein liege das Heil der Völker, und die Unantastbarkeit derPrivilegien, die Erhaltung oder Wiederherstellung der aristokratischenVorrechtesei das unentbehrliche Bollwerk des Thrones. AbsoluteGewaltder Regierung und neu bekräftigte Bevorrechtung des Adels ward dieLosung dieser Partei.
Durch so drohende Erklärungen und durch die bereits erschienenen Vorbotender Ausführung aufgeschreckt, flüchteten sich jetzt viele eifrigere Freunde der Freiheitauf den entgegengesetzte» äußersten Punkt. Um die Fahne der Republik,früher nur von sehr Wenigen -meist Schwärmern oder auch Unlautern — emporgetragen, begannen sich jetzt auch Manche der bisher Gemäßigtem zu sammeln.Seufzend, weil sie die großen Gefahren der Republik gar wohl erkennen und weilsie vor deni Unheil erzittern, welches im Gefolge einer Umwälzung unvermeidlich