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10 (1848) [Not - Pra]
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484
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484 Parteien.

Des Radikalismus mit dem Absolutismus — Republikaner und Legitimisten; diemonarchischen Revolutionen im 18. Jahrhundert; die belgische Revolution.

Nadical oder absolut, oder gemischt aus beiden ist die Masse der Menschen; ver-setzt mit liberalen und konservativen Bestandtheilen der Mittelstand; vorwiegend liberaloder konservativ sind Wenige und nur dieHö chsten sind es durchaus.

Das heißt, die Majorität liegt immer auf Seite der falschen Principien. Die wahrensind nur sehr spärlich, oft scheinbar gar nicht vertreten; und ihre Herrschaft beruht ent-weder nur aus der Tradition und dem traditionellen Instinkt, der sich durch gewisseStände oder Körperschaften, d. h. durch die Racen fortpflanzt, ohne den Individuenklar zu sein; oder sie ist, als individuell bewußt, die Herrschaft des Geistesüber die Masse — eine Herrschaft, deren Herbeiführung die erste Aufgabe unsererZeit ist." —

In diesen allgemeinen Sätzen haben wir so ziemlich die Quintessenz der Rohmer'schenTheorie, die, in das mysteriöse Dunkel des „gewissen Etwas" sich hüllend, als ein poli-tisches Evangelium sich ankündigte und mit eigentlicher Wichtigthuerei den Ruhm einerganz neuen Wissenschaft vor sich hertragen ließ, einer Wissenschaft, welche „weder alsschriftstellerisches Werk noch als philosophisches System, sondern als fortlaufende Thalin dem Volke wirken will, aus dem sie hervorgegangen ist." Für die Beurtheilung dieserWissenschaft drängt sich zunächst die Frage auf, in welchem Causalzusammenhange stehenihre Resultate mit den vorgeschobenen Ursachen ? Ist es wirklich eine innere Nothwendig-keit, aus welcher jene outcirte Analogie einer gegebenen Erscheinung im Staatsleben, derParteien, mit den Entwicklungsstufen der Menschheit hervorgeht, oder ist es nicht viel-leicht eher ein Spiel der Phantasie, das, unwillkürlich sich selbst täuschend oder tendentiösauf das Publicum zu influiren versuchend, die Produkte eines geistreichen Dilettantismusuns vor Augen führt?

Untersuchen wir, welcher von diesen Fällen hiervorliegt. Das ganze Gebäude derRohmer'schen Lehre von den Parteien beruht auf dem als Prämisse vorgeschobenen Lehr-satz, daß der Staat im menschlichen Geist enthalten sein müsse, weil er die höchste Er-scheinung des menschlichen Geistes in der Zeit sei. Die Parteien sind unzertrennlich mitdem Staatsleben verbunden, sie müssen deshalb ebenfalls aus denselben Gesetzen hervor-gehen, welche den Staat erzeugen, nehmlich aus der organischen Entwicklung des Men«schen, aus den „Lebensstufen des menschlichen Geistes". Je nachdem daher die versckie-denen Individuen ihrem Charakter nach eine der „Lebensstufen des menschlichen Geistes"darstellen, müssen sie sich der entsprechenden Partei anschließen, je nachdem sie „knaben-haft oder greisenhaft geboren", oder Jünglings- oder Männernaturen sind, müssen sieentweder radikal oder absolutistisch, liberal oder konservativ gesinnt sein, mit dem Unter-schied jedoch, daß die „Masse der Menschen stets knabenhaft von Natur oder alt geboren",also entweder radikal oder absolutistisch ist. Die psychologische Disposition der Menschenunmittelbar, und mittelbar die Einflüsse, welche diese Disposition entwickeln und zur Reisebringen, werden somit von Rohmer als die letzte Quelle, als die Mutter der Parteien dar-gestellt.

Konnte man nun aber nicht mit derselben Wahrscheinlichkeit auch so schließen:Dem Organismus der Natur entspricht der Organismus des Geistes, die Natur bewegtsich in den vier Phasen der Jahreszeiten, der Geist in seiner Vethätigung auf dem Gebiete«des Staats in den jenen natürlichen Phasen entsprechenden Parteien; den Frühlingrepräsentirt daher der Liberalismus, den Sommer der Radikalismus, den Herbst derEonservatismus, den Winter der Absolutismus. Oder, wie der Boden, aus dem dasphysische Leben sich bewegt, in die vier Himmelsgegenden eingetheilt ist, so theilt sich diePolitik in die vier entsprechenden Parteien: der Liberalismus ist östlicher, der Radikalis-mus südlicher, der Eonservatismus westlicher, der Absolutismus nördlicher Natur. Oderder Charakter des Menschen ist bedingt durch die Form der Nasen: den vier Hauptnasen-formen entsprechen die vier Parteien im Staatsleben; je nachdem das Individuum einerdieser Nasensormen angehört, ist es liberal, radikal, konservativ, absolutistisch. — Der