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der Verkehr zu einer Stufe gelangen, wo die Einführung eines wohlfeileren Umlaufs-mittels Bedürsniß wird, und welches sind alsdann die Bedingungen, um die Vorthelleeines solchen zu sichern und die Nachtheile zu vermeiden? Fast Alles, was wir hierüberin unseren Werken über Volks- und Staatswirthschaftslehre finden, ist den Engländernentlehnt und nurgleichsam nebenher, im Vorbeigehen, beachtet. Ausnahmen giebt es, undwir werden nicht Unterlasten, ihrer zu erwähnen.— Einen sehr vortheilhaften Begriff vomPapiergeld giebt Hart (Vollständiges Handb. der Staatswirthschasts-undFinanzwissen-schaft, Erlangen, 1811), indem er sagt (§. 653): „Das Papiergeld oder die sogenannteEreditmünze kann das Zahlungsvermögen einer Nation direct oder indirectvermehren, indem es einen ganz neuen Nationalreichthum erschafftund einen vergrößerten Fond an baarem Gelbe für den auswärtigen Handel bereitet. Zndieser Hinsicht kann ein wohlberechnetes Papiergeld zur Beförderung der Industrieim Ganzen und im Einzelnen dienen, zur Urbarmachung der Ländereien, Ausrottung derSümpfe, Ausdehnung des auswärtigen Handels gebraucht werden." Ueber die Erhal-tung des Papiers im Gleichwerthe mit Metallgeld äußert Hart (§. 670): „Sobald dasPapiergeld (des Staates) nicht durch Grundstücke oder durch eine andere hinlängliche Si-cherheit gedeckt ist, kann es nur dadurch in ungezwungenem Umlaufe nach seinem Nominal-werth erhalten werden, daß man mehrere Easten bereit und stets offen hält, wo Jeder seineEreditmünze jeden Augenblick gegen baares Geld umsetzen — Es ist viel, daß Harlin der Zeit, wo er schrieb, sich, ungeachtet des Schicksals der auf Nationalgüter bastrtenAssignaten und der österreichischen Bankzettel, so frei von Vorurtheilen hielt und zwischeneinem wohlberechneten Papiergeld und dem von einer Regierung in der Noch aus-gegebenen Papiere unterscheidet, welches letztere er unter den „Finanzoperationen" (§. 1109ff.) abhandelt. Unter die deutschen Schriftsteller, welche die Lehre vom Papiergelde ratio-nell und praktisch auffassen und sich von dem Vorurtheile frei halten, als ob Noth dieQuelle und Elend die Folge desselben nothwendig sein müsse, gehört H. Baumstark inseinen „Staatswissenschaftlichen Versuchen". Das so heftig angefochtene 27. Hauptstückvom Umlaufsmittel und von den Banken in Ricardo's Werke rechtfertigt Baum-stark in seinen Erläuterungen, welche der Uebecsetzung als 2. Band beigegeben sind, ganzeinfach durch eine Zusammenstellung der Hauptsätze und die Nachweisung, wie unwahr dieBeschuldigungen sind, als habe Ricardo behauptet, das Papiergeld brauche nicht eingelöstzu werden, solle gänzlich an die Stelle des Metallgeldes treten und das einzige Umlaufs-mittel sein (Volkswirthschaftliche Erläuterungen, vorzüglich überDavid Ricardo's Systemvon I)r. Edw. Baumstark, Leipzig bei Wilh. Engelmann, 1838, S. 812 ff.). Nebe-nius hat in seinem Werke über den öffentlichen Credit die Ansichten über die-ses wichtige Thema in Deutschland vielfach berichtigt und erweitert; auch für die Lehrevom Papiergelde ist sein Werk unter den deutschen nach unserer Ansicht das fruchtbarste,besonders hinsichtlich der Wirkungen des neuen Umlaufsmittels auf dem Geld - und Capi-talmarkte. Außer Nebenius haben wir noch einen zweiten Deutschen den kompeten-testen Ausländern an die Seite zu stellen, und dieser ist Friedrich von Gentz. Sein tiefesStudium der englischen und französischen Erfahrungen und seine Theilnahme an denösterreichischen Finanzoperationen seit 1811 hatten ihn mit dem Gegenstände vollkommenvertraut gemacht und zu einem Urtheile geführt, welches heute allgemeinere Anerkennungfinden wird als damals, wo es den durch entsetzlichen Misbrauch entstandenen und herr-schend gewordenen Vorurtheilen scharf entgegentrat. Die oben erwähnte Schrift vonSismondi ist ihm eine Schrift, „die außer ihrer deklamatorischen Seichtigkeit auch von ei-ner absoluten Unkenntniß des inneren Zustandes der Monarchie und aller und jeder ökono-mischen und finanziellen Verhältnisse zeugt." In einem Aufsatze vom Jahre 1817 überdie österreichische Bank sagt v. Gentz: „Die Feinde des Papiergeldes sind in den neue-ren Zeiten sehr zahlreich und sehr heftig geworden; man hat die Schuldenverhältnisse, dieCreditsysteme und das Papiergeld als reine Uebel angesehen, ohne, einen Schritt weiter,zu erkennen, daß nur der Ueberbrauch in Zeiten der Noth, die unrichtige Anwendung, diesehöchst natürlichen Dinge erst zu Uebeln gemacht hat. Man unterwerfe sich ihnen mitFreiheit, man erkenne ihre Unentbehrlichkeit, man versöhne sich mit ihnen, man inoculirr.