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10 (1848) [Not - Pra]
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Papiergeld.

welchen ein Geschäftsmann unverwendet und in baarem Gelbe liegen lassen muß, umverkommenden Anforderungen zu entsprechen, ist eben so viel todtes Vermögen, welches, -so lange es in dieser Lage bleibt, weder ihm noch seinem Lande Etwas eintragt. DieGold-und Silbermünze, welche in einem Lande umlauft und mittelst deren das Erzeug-niß seines Bodens und seiner Arbeit Jahr für Jahr vertheilt und den eigentlichen Eonsu-menten zugewiesen wird, ist, eben so wie die baare Summe des Geschäftsmannes, lau-ter todtes Vermögen. Es ist ein sehr wecthvoller Theil des Capitals im Lande, bringtihm aber (unmittelbar!) Nichts hervor. Die wohlverstandenen Bankgeschäfte, indem sie rPapier an die Stelle eines großen Theils von jenem Golde und Silber setzen, befähigendas Land, einen großen Theil dieses tobten Vermögens in thatiges und werbendes Ver-mögen umzuwandeln; in Vermögen, welches dem Lande Etwas erzeugt. Die Gold-undSilbermünze, welche in einem Lande umläuft, kann füglich mit einer Landstraße ver-glichen werden, die alles Gras und Korn des Landes in Bewegung setzt und auf denMarkt leitet, allein selbst nicht einen Halm erzeugt. Die wohlverstandenen Bankge-schäfte erbauen, wenn ich mich einer so kühnen Metapher bedienen darf, einen Fahrwegdurch die Luft und befähigen dadurch das Land, nach Umstanden einen großen Theil sei-ner Landstraßen in gute Weiden und Kornfelder umzuwandeln, also den jährlichen Ertragder Arbeit und des Bodens ansehnlich zu erhöhen. Man muß jedoch zugcben, daß derHandel und die Industrie des Landes, obgleich sie um Etwas vermehrt werden, doch nichtganz so sicher sein können, wenn sie auf den dädalischen Schwingen des Papiergeldes ein-herschweben , als wenn sie auf dem festen Boden von Gold und Silber wandeln. Außerden Unfällen, denen sie durch die Ungeschicklichkeit der Leiter des Papiergeldes ausgesctztsind, unterliegen sie noch anderen, gegen welche keine Vorsicht oder Geschicklichkeit jenerLenker sie schützen kann." (Z. B. in Folge eines unglücklichen Krieges.)

Endlich macht Adam Smith in Beziehung auf den eigentlichen Wirkungskreisfür das Papiergeld im inneren Verkehre noch eine sehr scharfsinnige, beachlenswertheUnterscheidung.Man kann den Umlauf in jedem Lande in zwei Theile zerfällt sich ver-stellen ; in den Umlauf zwischen den Händlern unter einander und in den Umlauf zwischenden Händlern und den Eonsumenten. Wenn schon die nehmlichen Geldstücke, ob Papieroder Metall, ist gleich, einmal in diesem, ein andermal in jenem der beiden Zweige ver-wendet werden können, so gehen doch beide stets neben einander vor sich, und jeder vonihnen erheischt zu seinem Betriebe eine gewisse Geldmenge von einer oder der andern Art.

Der Werth der zwischen den verschiedenen Händlern umlaufenden Güter kann nie größersein als der Werth derjenigen, die zwischen den Händlern und Eonsumenten umlaufen;denn was die Händler kaufen, ist doch zuletzt dazu bestimmt, an die Eonsumenten ver-kauft zu werden. Da der Umsatz zwischen den Händlern im Großen betrieben wird, so erfor-dert er gewöhnlich für jedes Geschäft eine ziemlich beträchtliche Geldsumme. Jener zwischenden Händlern und den Eonsumenten wird dagegen im Kleinen betrieben und bedarf häufignur unbedeutender Summen; ein Schilling oder ein halber Penny sind manchmal hin-reichend. Allein geringe Summen laufen viel schneller um als große. Ein Schillingwechselt seine Herren öfter als eine Guinee, und ein halber Penny öfter als ein Schilling.Obgleich daher die jährlichen Anschaffungen aller Eonsumenten im Werthe den Käufender Händlerzum Mindesten gleich sind, so können sie doch im Allgemeinen mit einer weitgeringeren^leldmenge bestritten werden, da die nehmlichen Geldstücke durch einen rasche-ren Umlauf als Werkzeuge einer weit größeren Anzahl von Kaufen der Eonsumenten als ?der Händler dienen. > Das Papiergeld kann so eingeleitet werden, daß es sich haupt-sächlich auf den Umlauf zwischen den verschiedenen Händlern beschränkt, oderauch, daßeS auf einen großen Theil des Verkehrs zwischen den Händlern und den Eonsumenten sicherstreckt." Letzteres geschieht, wenn Banknoten in kleinen Beträgen ausgegeben werden.

Adam Smith hält dies nicht für zweckmäßig, weil alsdann viele unbemittelte Perso-nen Bankgeschäfte machen und bald falliren, weil ferner Gold und Silber durch die klei-nen Noten ganz aus dem Umlaufe verdrängt wird, während es da, wo das Papier nurfür bedeutendere Summen im Großhandel circulirt, dem Verkehre in Fülle erhalten 'bleibt. Die Händler brauchen einen Geldvorrath nur für ihren gegenseitigen Geschäfts-