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10 (1848) [Not - Pra]
Entstehung
Seite
453
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Papiergeld. 453

Vorrath von 20,000 Fl. genügen, um die gelegentlich begehrten Einlösungen zu bestrei-ten. Diese 20,000 Fl. Münze thun also die nehmlichen Dienste, wozu sonst 100,000erforderlich wären; 80,000 Fl. Metallmünze werden im Umlaufe erspart, und wennandere Banken und Bankiers ebenfalls solche Geschäfte machen, so kann die ganze Emu-lation mit dem fünften Theile des Goldes und Silbers, welches sonst nöthig wäre, imGange erhalten werden. Da aber durch die Bankgeschäfte das jährliche Volkseinkommennicht vermehrt wird und^das vorhandene Metallgeld für den Bedarf der Emulation hin-reichte, so werden, nachdem das Papier an die Stelle getreten und ein Fünftheil desMetallgeldes genügt, um die Einlösungen zu besorgen, die übrigen vier Fünftheile iminneren Verkehre entbehrlich, vorausgesetzt, daß sich der Preis der edeln Metalle nichtverändert und das Papier mit der Münze gleich steht. Wenn z. B. ein Land 100 Mil-lionen Metallgeld hat und diese durch 100 Millionen Papier ersetzt werden, welche einVorrath von 20 Millionen Metallgeld im Umlaufe erhält, so sind 80 Millionen mehrvorhanden, als der innere Verkehr bedarf. Diese 80 Millionen sind zu kostbar, als daßman sie müßig liegen laste; sie werden also in das Ausland gehen. Das Papier würdeim Auslande nicht an Zahlungsstatt angenommen werden; es geht also Gold und Silberhinaus. Allein das edle Metall wird nicht etwa umsonst hingegeben oder den auswärti-gen Nationen zum Geschenk gemacht. Man kauft dafür fremde Güter, welche entwederin einem dritten oder im eigenen Lande zu Markt gebracht werden. Werden diese Güterin einem fremden Lande wieder verkauft, also zu dem sogenannten Zwischenhandel ver-wendet, so ist der ganze daraus entspringende Gewinn eine Vermehrung des reinen Ein-kommens des eigenen Landes. Das Gold und Silber, welches durch Einführung desPapiers in dem inneren Verkehre überflüssig geworden ist, bildet gleichsam ein neuesCapital zum Betriebe eines neuen Handelszweiges. Wird das Capital zum Ankäufe vonGütern verwendet, die zum inländischen Verbrauche bestimmt sind, so bestehen dieseGüter entweder aus Luxusgegenständen, welche von reichen Müßiggängern verzehrt wer-den, oder aus Rohstoffen, Hilfsstoffen und Geräthen zum Betriebe von Gewerbszweigen.Die Luxusgegenstände, wie feine Weine, Seidenwaaren u. f. w., sind für die Gesammt-heit nutzlos; allein sie beschäftigen auch nur den kleineren Theil derCapitale; weitausder größere Theil wird auf die letztbezeichnete Weise verwendet und befördert die Industrie,die Menge und den Ertrag der Arbeit. Es wird daher der Werth des großen Rades derCirculation auf die übrigen Theile des umlaufenden Capitals übertragen, und die Ope-ration der Einführung des Papiers in dem inneren Verkehre gleicht einigermaßen der einesUnternehmers, welcher eine neuerfundene wohlfeilere Maschine an die Stelle der altensetzt und um den Unterschied des Preises sein umlausendes Capital vermehrt, den Fonds,woraus er seinen Arbeitern Stoffe und Löhne liefert. Da endlich von der gesammtenProduction eines Landes im Laufe'eines Jahres chur ein verhältnismäßig geringer Theilzur Vermehrung/des umlaufenden Capitals verwendet wird, so muß dieser Theil einenbeträchtlichen Zuwachs erhalten, wenn ihm der Werth der edeln Metalle, die durch Ein-führung des Papiers im inneren Verkehr entbehrlich werden, ganz oder doch großen-theils zufließt.

Adam Smith weist an dem Beispiel der schottischen Banken die Vortheile derEinführung des Papiers nach, zugleich aber auch die Strafe, welche einer übertriebenenPapieremission auf dem Fuße folgt. Er behauptet, daß die Bank einem Kaufmannsoder Unternehmer nicht etwa das ganze Capital, womit er sein Geschäft betreibt, ja nichteinmal einen beträchtlichen Theil desselben mit Nutzen vorschießen dürfe, sondern nureinen Betrag, welcher der Summe gleichkommt, die derselbe vorräthig halten müßte,um gelegentliche Forderungen zu befriedigen. Was die Bank darüber an Papierausgiebt, ist mehr, als der innere Verkehr mit Leichtigkeit in sich aufnehmen kann, strömtalso immer wieder zu der Bank zurück und vermindert ihren Gewinn, indem es ihreKosten vermehrt. Wir führen die Hauptstelle wörtlich an:Nicht durch Vergrößerungdes Capitals im Lande, sondern dadurch, daß sie einen größeren Theil dieses Capitalsthätig und werbend machen, als es sonst der Fall sein würde, können die wohlverstande-nen Bankoperationen die Industrie des Landes fördern. Jener Theil seines Capitals,