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mäßig dasselbe in der Kürze bezeichnenden Kunstausdrucke fehlt, wozu vielleicht die Be-zeichnung als System der freien Wechselwirkung zwischen Staat und Schuletauglich wäre.
So wie nehmlich überhaupt nur das Repcasentatinsystem oder der Conftitutio-nalismus einerseits den unerläßlichen Schutz gegen die immer möglichen Misbräucheder Staatsgewalt gewährt, und andrerseits, wenn es nur recht verstanden wird (mithinnicht blos als Schranke gegen die Staatsgewalt), die geeignetste Form für ein wahrhaftpolitisches, d. h. alle Interessen auf organische Weise und in der gehörigen Unter-ordnung des Niederen unter das Höhere berücksichtigendes Leben ist, so kann und darf esauch nur in constitutionellen Staaten eine ächte Staatspädagogik in unserem zuletzt er-wähnten Sinne geben, und nur in jener Staatsform wird das mächtige Vehikel, welchesin der Leitung des ErziehurtHswesens liegt, auf eine für die Zwecke des Ganzen und mitAchtung der Rechte des Einzelnen entsprechende Weise angewendet werden. In nicht con-stitutionellen Staaten dagegen wird ewig die Gefahr bleiben, daß in ihnen staatspädago-gische.Maximen in der früher erörterten falschen Bedeutung und Richtung sich praktischgeltend machen und hierdurch die wahren höheren Zwecke des Lebens für das ganze Volkgefährden, wo nicht vernichten. Und so wie es in dem Wesen des Repräsentativsystemsliegt, daß in ihm den öffentlichen Angelegenheiten auch die allgemeinste Theilnahme Allerzugewendet wird (aus welchem einzigen Grunde allein schon ein wahres konstitutionellesLeben ohne Preßfreiheit gar nicht möglich ist), so liegtauch in dem Begriffe desErziehungswcsens und seiner Erhebung zur Pädagogik überhaupt und Staatspädagogikinsbesondere, daß eine wirkliche Fortbildung und Vervollkommnung ohne innige Theil-nahme und Zusammenwirkung von Allen bei dem unendlichen Umfange dieses Ge-bietes gar nicht möglich ist, mithin ein Jeder schon als Mitglied eines constitutionellenStaates auch in dieser Hinsicht das Seinige zu thun und bcizutragen sich verpflichtethalten sollte.
IV. Die staatspädagogischen Bestrebungen und Aufgaben un-serer Zeit. -— Was die ersteren betrifft, so werden wir uns in Beziehung aufdie-selben ganz kurz fassen können, da sich hierüber eine ausführliche Darstellung von dem be-rühmtesten Geschichtschreiber der Pädagogik und des Erziehungswesens, dem ProfessorCramer, in Brzoska's Centralbibliothek für Literatur, Statistik und Geschichte derPädagogik und des Schulunterrichts im In- und Auslande, Jahrgang 1838^"), findet,worin das Detail ausführlich angegeben ist, worauf wir daher verweisen. Man findetdaselbst Alles, was in der neuesten Zeit nicht nur in den Staaten des deutschen Bundes,sondern auch in Frankreich, England, Rußland, Spanien, Nordamerika u. s. w. undselbst in den übrigen Welttheilen für Erziehung und namentlich Schulwesen geschehen ist,und zwar erstreckt sich dieser Aufsatz nicht blos auf die höheren, mittleren oder niederenSchulen im gewöhnlichen Sinne, sondern auch über die polytechnischen Institute, dieReal-, Kriegs-, Wehrli-, Sonntags- und Kleinkinderschulen so wie die Waisenhäu-ser, die Blinden- und Taubstummenanstalten u.s. w. ^) Eben so geben andere Ver-fasser in der genannten pädagogischen Zeitschrift ausführliche Kunde über die pädagogischenZustände in Baden, Baiern, Würtemberg, dem Großherzogthum Hessen, Däne-mark u. s. w. Wir verweisen ferner auf die bekannten Berichte von Cousin über dasErziehungswcsen in Deutschland und Holland, so wie auf die vielen pädagogischen Reise-beschreibunge», welche in unserer Zeit erschienen sind und unter denen besonders die vonThier sch, Krüger, Diesterweg allgemeine Aufmerksamkeit erregt haben. So-dann finden sich auch in den Hauptwerken über Statistik, namentlich in Schön's Ge-
7V) unter dem Titel: „Die Gegenwart in ihren pädagogischen Bestrebungen und For-derungen , mit besonderer Rücksicht auf Deutschland". Heft I. ff.
71) Wir vermissen darin jedoch die Erwähnung von Fr. Frbbel's zu BlankenburgAnstalt zur Bildung von Kindermädchen (vergl. de» Allg. Anzeiger der Deutschen1840 Nr. 151); ein Punkt, auf dessen Wichtigkeit schon Graf Soden in seiner National-ökonomie (Bd. VIII. S. 43) dringend aufmerksam machte.