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10 (1848) [Not - Pra]
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442
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442 Pädagogik.

lässigten Kinder unserer Fabrikarbeiter) manche zu beherzigende Mahnungen enthält, nichtungehört verhallen!

Da diese beiden genannten Hauptsysteme gleicher Weise falsch sind, so laßt sich schonvermuthen, daß, wie in anderen Gebieten des Wissens und Lebens, so auch hier dasWahre in der Mitte zwischen den Extremen liegt, und io verhält es sich auch in der That.Der richtigen Ansicht nach, die Gottlob! in Deutschland in der Hauptsache allgemein an-erkannt und deshalb hier nur kurz zu erörtern ist, gebührt dem Staate nicht blos einOberaussichtsrecht über alle Erziehungs-und Unterrichtsanstalten auf seinem Ge-biete (so gut wie über die Kirchen und andere Vereinigungen), sondern auch das Recht,positiv in das Erziehungswesen einzugreifen, so weit dieses Recht aus seiner Pflichtentspringt, die allgemeinen Menschen - und Bürgerrechte auf menschliche Entwickelunganzuerkennen und geltend zu macken. Namentlich ist demnach dem Staate das Rechteinzuräumen, alle Eltern ohne Ausnahme zu nölhigen, entweder ihre Kinder an der Be-nutzung der öffentlichen Schul- und Erziehungsanstalten Theil nehmen zu lassen, oderdarüber sich auszuweisen, daß sie durch einen genügenden Privatunterricht jenes er-setzen, und eben so das Recht, alle Privaterziehungsanstalten in strenger Aufsicht zu hal-ten. Auf der anderen Seite jedoch wird man diese Rechte des Staats keineswegs überdiese Schranken ausdehnen und ihm keineswegs die Befugniß einräumen dürfen, das Volkoder die Bürgerin dem Sinne der Regierung" zu erziehen, da, wie schon nachgewiesen,dieses mit dem Principe der politischen und individuellen Freiheit im Widerspruche sein undzu einer Staatspädagogik und Nationalerziehung in jenem antiken Sinneführen würde, die wir durchaus verwerfen müssen. Uebrigens muß man, wie auch A a -chariä bemerkt^), sehr genau unterscheiden zwischen einer Nationalerziehungund einer nationellen (volksthümlichen) Erziehung. Ueberall, auch in dem heutigenEuropa, hat die Denkart, die Eultur, der Charakter, der gesammte gesellschaftliche Zu-stand einer Nation auf die Erziehung des Heranwachsenden Geschlechts den entschiedenstenund mannigfaltigsten Einfluß, wie ebenfalls früher schon angedeutet worden; und hieraufberuht eben größtenteils die Fortdauer des Nationalcharakters. Eine solchenationale Erziehung'wobei eben das Volk sich selbst erzieht und der Staat, d. h.die Staatsgewalt oder Regierung nur die Aufgabe hat, diese Selbsterziehung in allen ih-ren guten Richtungen nicht zu hemmen,' sondern sie vielmehr durch alle rechtlich erlaubteund ihm zu Gebote stehende Mittel zu befördern ist zugleich von der größten Wichtig-keit für das ganze politische Leben des Volks, wofern sie nur sonst an und für sich zweck-

müßte dock das erste Geschäft einer Regierung sein. Wäre es nicht ein betrübter Anblick,die Einwohner einer Provinz oder eines Reichs an den Gliedern verstümmelt zu sehen undjedes an dem rechten Arm gelähmt? Wie viel schmerzlicher ist es nicht, die starke Seelemit geschlossenen Augen zu erblicken! Das Licht ist in die Welt gekommen, aber für diearmen Bauern kam es umsonst. Seit sechstausend Jahren haben die Söhne Adam's er-dacht und entdeckt und geschaffen, in mysteriösem, geschloffenem Vereine hat eine kleineSchaar von Brüdern gegen das große, schwarze Reich der Nothwendigkeit und der Nachtangekämpft, und sie haben große Eroberungen gemacht, und für diesen Mann ist Alles, alssei es nicht geschehen. Ihm sind die 24 Lettern des Alphabets runische Räthsel, und jenesgroße, geistige Königreich, die mühsame Eroberung seiner Brüder, das Einzige, was seineBrüder erobern konnten, ist nicht für ihn, er weiß nicht einmal Eewas von diesem unsicht-baren Königreiche, er ahnet es nicht. Und gehört es denn nicht eigentlich auch ihm, dieseEroberung seiner Brüder, die gesetzlich erlangten Besitzthümer aller Menschen? Ein böserZauber liegt über ihm von Generation zu Generation; er weiß nicht, daß solch ein Reichbesteht, daß es sein gehört. Was sind dagegen alle Bills, alle Emancipationen der schwar-zen Sklaven, was alle Processe um ein Stückchen Land! Das große Saatfeld der Zeit ge-hört diesem Manne, und ihr gebt es ihm nicht. Ein größeres Unrecht ward nochnie unter der Sonne begangen, und es geschieht schon seit Jahren, seit Jahrhun-derten. Der blinde Vater Unterläßt einen blinden Sohn und die nach dem Bilde Gottesgeschaffenen Menschen bleiben zweibeinige Arbeitsthiere, und im größten Reiche derWelt wird debattirt, ob ein kleiner Theil der Revenüen eines einzigen Tages (30,000 Pf.St.) nach 13 Jahrhunderten für ihre Aufklärung ausgelegt werden soll oder nicht!!" rt.67) A. a. O.