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Pädagogik.
Denzel, Zeller, Zerrenner, Diesterweg und v. Türk. Auch JeanPaulund Goethe, Ecsterec in seiner Levana, Letzterer in Wilhelm Meistens Wanderjahren,haben sich einen ehrenvollen Platz in der pädagogischen Literatur erworben, den manauch Schiller, dem Verfasser der Briefe über die ästhetische Erziehung, nicht abspre-chen darf.
II. Bedeutung und Wichtigkeit der Pädagogik überhaupt und für dasStaats leben insbesondere. — Diese bestimmt sich zunächst durch ihren Gegenstandselber, indem die Erziehung mit dem Begriffe des menschlichen Geistes oder derVernunft von selbst gesetzt und gefordert ist. Alle anderen uns bekannten beseel-ten Wesen außer dem Menschen treten in Hinsicht auf das Seelenleben schon fertig insLeben ein ; die Kunsttriebe und Kunstfertigkeiten der Thiere stellen sich bei denselben ebenso ein wie die äußerlichen Merkmale: die Federn der Vögel, die Hörner der Vierfüßlerund dergl. ni.; daher denn z. B. die Biene sogleich nach ihrem Ausschlüpfen aus derPuppe, wenn ihr Leib trocken und ihre Flügel ausgebreitet sind, bevor sie irgend einenUnterricht hat erhalten können, sich von selbst änschickt, Honig zu sammeln und eine Zellezu bauen, was sie dann eben so geschickt als der älteste Bewohner des Stocks macht. DerMensch dagegen kommt nicht blos im physischen Sinne völlig nackt und roh zurWelt und unendlich hilfloser, als alle übrigen Geschöpfe, sondern dies gilt auch ingeistiger Beziehung, und das eigentliche Menschliche, die Humanität, muß ihmerst an gezogen werden^). Die Zeugung ist nur der Act, der Körper hervorruft,Erziehung ist es allein, welche Menschen und ein menschliches Dasein macht.Die Erziehung des Menschen zum menschlichen Dasein besteht aber nicht in jener elter-lichen Aufnährung und Entwickelung, welche wohl auch bei den Thieren angetroffen wird,vielmehr besteht sie, wie schon bemerkt, in der planmäßigen Entwickelung der als Keime injedem Kinde liegenden Anlagen durch Belehrung, Gewöhnung, Wetteifer und Beispiel.Diese Erziehung im engeren Sinne wird dann durch die Erziehung im weitern Sinne er-zeugt, welche in jenem bildenden Einflüsse besteht, den der gesellige Verkehr der Menschenauf alle Individuen, auf ihre Art zu sein, zu denken und zu fühlen hervorbringt, in wel-cher Hinsicht schon die alten Philosophen^) es als das Eigenthümliche des Menschen er-klärten, daß, während die Thiere für sich schon vollendet aus den Händen der Natur her-vorgehen, der Mensch erst von der Mitwirkung seines eigenen Geschlechtes seine Ausbil-dung und Vervollkommnung zu erwarten hat und eben deshalb als ein zum Staats-leben nothwendig bestimmtes Geschöpf (ein politisches Thier, wie Aristote-les es ausdrückt) anzusehen ist^).. Der Wilde, dec isolirt im Walde lebt, entwickeltkeine andern Fähigkeiten als diejenigen, welche er mit den klügern Thieren theilt, undgestaltet sein Dasein nicht viel anders wie das rein animalische; die Unendlichkeit derhohem Kräfte und Zustände, worin das specisische Merkmal der Humanität besteht,kommt nur durch den gesellschaftlichen Verkehr zum Vorschein. So ist es auch psycholo-gische Thatsache, daß die thierischsten,«affenähnlichsten Menschen nicht etwa die Geistes-kranken sind, sondern nur jene ganz verwilderten, außer der Menschengesellschaft aufge-wachsenen.Kinder; ferner, daß wir selbst unter den rohesten Völkern keinen in der Gesell-schaft aufwachsenden Menschen nur in der Entwickelung seiner Naturanlagen finden, son-dern Jeden in Lagen, wo Bewußtsein und Verstand in ihm künstlich geweckt werden, sodaß bei Weitem der größte Theil seines Geisteslebens Product der Erziehung und der
24) Schön, Geschichte und Statistik der Civilisation. S. 3. Scheidler, Paräne-sen. I. S. LS.
25) Aristotel. ?olit. I. I. 9. 6ie. äs kn. III. 10. V. 23. Sensen äs dsne-lle. IV. 18. Vergl. auch Arisrotel. ültbie. II. x. I und Garve's Uebersetzung. I.S, L49 ff.
26) Vristvtsl. polit. I. I. 9. (Vergl. Scheidler, Psychol. S. 93. Anmerk. 2,wo das Nähere über den wahren Sinn dieses gewöhnlich misverstandenen aristotelischen, Aus-drucks angegeben ist.)
Staats - Lcrikou. X.
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