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10 (1848) [Not - Pra]
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O'Connell.

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führen konnte, auf die Engländer nur sehr wenig Eindruck machte. Sie lachten, sienannten sein ganzes Wirken: ein Iiumluij-zur Ausbeutung des Leichtsinnes und derLeichtgläubigkeit des armen irländischen Volkes. Man denke sich denungekrönten Kö-nig" Irlands, nicht arm wie Tom Steel, aber einfach in seinem Leben wie Franklin, wieWashington; man denke sich ihn erhaben über jeden Schatten der Geldsucht, umgebenvon dem stillen Glanze eines schlichten prunklosen Haushaltes, und man wird sehr baldeinsehen, daß sein Einfluß in Irland nicht kleiner, in England unendlich viel größer gewe-sen sein würde, daß sein Beispiel für Mit- und Nachwelt in dem reinsten Lichte erschei-nen müßte.

Im Gegentheile dient jetzt sein Beispiel, der Schein, das falsche Licht, in dem erstand, oft in Wahrheit zur Entschuldigung der Geld- und Genußsucht. Es wurde durchO'Connell Mode, sich über die einfache, schlichte Art der Alten, die das Geld verachte-ten und deswegen es nicht zum Fenster herauswarfen sondern ihm die Thürihres Herzens und auch ihres Hauses verschlossen, lustig zu machen, dieselbe alsNarretei und Fopperei zu bezeichnen. Geld ist der Nerv, Geld thut's, und Geld istvor Allem nothwendiq heißt jetzt oft der erste und der letzte Gedanke der politischen Re-formatoren. Hätte O'Connell so gedacht, so wäre er Advocat geblieben. Wer nicht einOpfer zu bringen vermag, den haben die Götter im Zorne angesehen, und wer erst fragt:Wer ersetzt mir, was ich fürs Vaterland wage?" der ist nicht würdig, daß ihm das Ge-schick die Gelegenheit gebe, Etwas fürs Vaterland zu wagen.

Die Welt hat von O'Connell gelernt, daß auch die beste Sache ihre Vertheidiger nichtverhungern lassen darf; aber es ist zu fürchten, daß die Einzelnen auch gelernt haben, wiedie gute Sache mitunter eine fette Milchkuh werden kann. Und das ist ein Unglück fürO'Connell, für die Welt und für jede gute Sache, die irgend Schwindler, an O'Connelldenkend, auszubeuten versuchen könnten. Das Beispiel O'Connell's, diekönigliche"Rücksichtlosigkeit, mit der er lebte, ist eine Krankheit unserer Zeit. Die Leute, die nichtden letzten Heller ausgeben, die nicht weit über ihre Kräfte verschwenden, sind heute selten.Und deswegen ist es trotz Allem dennoch eine Art Fluch, der auf dem Namen O'Connelllastet, wenn leichtsinnige Verschwender ihrer eigenen und anderer Mittel sich auf seinBeispiel berufen zu können glauben mögen.

Wir haben den Menschen O'Connell gegen alle Anklagen auf Habsucht und Geld-gier in Schutz genommen, weil wir glauben, daß er über denselben erhaben stand. Aberder Name, der Gedanke:O'Connell!" würde die Welt ganz anders füllen, der Mensch-heit als Beispiel ganz anders zum Guten vorleuchten, wenn er den Flitter seineskönigli-chen" Prunkes hätte von sich abgewiesen und den einfachen Mantel des schlichten Bedürf-nißlebens gegen ihn eintauschen können. Das Geld ist ein so unwürdiger Bundesgenosse,daß, wer ihm auch nur scheinbar die Hand reicht, sich selbst und seine Sache besudelt.Wer an O'Connell's Größe denkt, wer in ihm einen Sporn fühlt, sich seines Volkes mitHerz und Hand anzunehmen o, der vergesse nie, daß der Schein der Hab-und Geld-sucht, der auf O'Connell siel und bei seiner Lebensart auf ihn fallen konnte und mußte,sehr oft eben so viel Böses gestiftet hat, als O'Connell durch seine rastlose Thätigkeit, seinerücksichtlose Hingebung für sein Volk Gutes zu stiften hoffte. Dieser Schein ist wieeine Sklavenkette am Fuße des Befreiers und verhinderte ihn sehr oft, das Ziel zu errei-chen , das ohne diese Kette ein Schritt weiter in seine Hand gelegt haben würde. IrlandsGeschick entscheidet sich nach O'Connell's System in England, und England begriff wederIrland noch O'Connell, weil es in Diesem den Geldmenschen, der sein Volk narrte, undin dem Volke selbst einen geistlosen'Haufen, den ein Marktschreier ausbeuten konnte, sah.Wäre O'Connell den Engländern im Lichte eines Mannes erschienen, dessen Hand sichvon dem Schmuze des Goldes rein erhalten, sein Ruf:Gerechtigkeit für Irland!"würde in England selbst ein ganz anderes Echo gesunden haben.

Vl. In demköniglichen" Prunke O'Connell's bekundete sich dennoch vor Allemder eben erst emancipirte Sklave; in dem Gefühle, mit dem die Elenden Irlands zu demFlitterstaate ihresKönigs" hinaufsahen, bewährte sich die Eitelkeit des Bettlers. Irlandist derpsrveuu" des Rechts und der Freiheit, wie vor ihm, mit Ausnahme von Haiti,