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10 (1848) [Not - Pra]
Entstehung
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Numismatik

Die vielfachen Streitigkeiten über das Wesen der Nichtigkeitsklagen führen daherimmer mehr zu der Ueberzeugung, daß die Zulassung dieses Rechtsmittels überhauptbedenklich ist, und es hat deshalb das neueste deutsche Proceßgesetz die badische Pcoceß-ordnung die Nichtigkeitsklage nicht unter den Rechtsmitteln gegen Erkenntnisse ausge-nommen, sondern sie mit dem ordentlichen Rechtsmittel der Appellation oder unter gewis-sen Bedingungen mit dem außerordentlichen Rechtsmittel der Wiederherstellung gegenrechtskräftige Erkenntnisse vereinigt. Es liegt darin ein Fortschritt, weil die Verviel-fachung der Wege, auf denen der Bürger sein Recht vor dem Richter sucht, dessen Auf-findung nicht erleichtert, sondern deshalb besonders erschwert, weil damit der Unsicherheitdes Betretens des richtigen Weges und der Chikane des Gegners Thür und Thor geöff-net ist. Sander.

Numismatik, Münzkunde. Der Name Numismatik für die Wis-senschaft von den Münzen, so wie der römische Ausdrucknummi", stammt vom grie-chischen Nomos (dorisch Numos) oder Nomisma. Dieses bedeutet alles nachSitte oder gesetzlicher Bestimmung Geltende oder Gebräuchliche, namentlich den gesetz-lichen oder herkömmlichen Werth einer Münze. In ihrer weitesten Bedeutung umfaßtdie Numismatik sowohl die Geschichte der Entstehung und Entwickelung des Münzwe-sens als auch die Lehre von dem Gehalte, dem commerciellen und ästhetischen Wertheder verschiedenen Münzarten. Das eigentliche Geld verdankt seinen Ursprung den Be-dürfnissen des Verkehrs. Indem dadurch der früher gebräuchliche Tausch in Kaufverwandelt wurde, hat diese hochwichtige Erfindung dem materiellen Verkehr ungefährdieselben Dienste geleistet, wie dem geistigen Verkehre die Erfindung der Buchstaben-schrift- Die Buchstabenschrift hat die Mittel an die Hand gegeben, in wenigenZeichen die geistigen Stoffe und Güter abzuprägen, aufzubewahren sowie schnellerund in weiterem Kreise mitzutheilen, als bei dem bloßen Austausche der Gedankenvon Mund zu Mund möglich war. In ganz ähnlicher Weise sind die Geldmünzensolche wenige und kurzgefaßte Zeichen, um die Werthe der materiellen Stoffe undGüter auszudrücken, aufzubewahren und von Ort zu Ort rascher und leichter zu verbreiten.

Ehe man zur Erfindung der eigentlichen Metallmünzen gelangte, mochten wohl diemeisten Völker gewisse Hauptproducte in der Art zu Tauschmitteln erhoben haben, daßin diesen bestimmten Produkten auch der Werth aller anderen Gegenstände des Ver-kehrs ausgedrückt und vergütet werden konnte. Bei den alten Griechen und Römern,die hauptsächlich Viehzucht trieben, boten die nutzbaren Hausthiere einen naheliegendenAusdruck für den Werrh der Dinge. In diesem Sinne sagte Homer von der Rüstungdes Diomedes, daß sie acht Ochsen werth sei, u. s. w. Auch waren in den altenrömischen Gesetzen die meisten Strafen in Stücken Vieh angesetzt. Andere Tauschmittelwaren oder sind in Abyssinien das Salz, in Newfoundland getrocknete Stock-fische, in Virginien Tabak, bei den Polarvölkern Pelze und dergleichen. Mehr undmehr mußte man aber darauf hingeleitet werden, zum allgemeineren Tauschmittel einenzugleich dauerhaften, theilbaren und nicht allzu häufig vorkommenden Stoff zu wählen,um in nicht sehr ausgedehntem Raume und für beliebige Zeit Werthe aufbewahren unddiese nach größeren oder kleineren Theilen, ja nach Bedürfniß und Neigung umsetzenzukönnen. Dazu mußten vor Allem die Metalle geeignet erscheinen. Die Sage nennt beiden Römern Numa als den Ersten, durch welchen eine Art Geld aus Eisen soll einge-führt worden sein. Nach Casar haben sich die Britannier eines eisernen Geldes bedient,und ein Gleiches wird von anderen altnordischen Völkern berichtet. Auch die Byzantinerhatten Münzen von Eisen. Dieses Metall ist das am Häufigsten vorkommende, undso knüpft sich die Anwendung desselben, als eines allgemeineren Tauschmittels, noch anjene erste Form des Verkehrs, da man ein gewisses Haup tproduct zum Maßstabedes Werthes machte. Wenn aber auch Lykurg bei seinen Spartanern ein solches eiser-nes Geld einführte, so ist der Grund dieser Bestimmung bekannt. Sein Volk sollte einkriegerisches, kein Handel treibendes sein; darum wollte er ihm die Vortheile entzie-hen, die aus der Verwendung von Gold »nd Silber zu Werthrepräsentanten für di«Förderung und Ausdehnung des Verkehrs entspringen mußten. Diese besonderen Vor»