768 Forstwesen.
dirende Einnahme ist, so erhellt, daß sie einen desto ungünstigeren Schein auf die Forst-verwaltung werfen, je niedriger die Preise sind, womit die Einnahme berechnet wurde,und je geringer der Naturalertrag ist. Man muß also auch den Zustand des Landes, diedortigen Preise der Lebensmittel, den Zustand der Waldungen, ihre Lage, Ertragsfähig-keit, die auf die Gegenwart überkommenen Blößen, die vorangegangenen Ereignisse, dieHindernisse, mit welchen die Forstverwaltung zu kämpfen hat u. s. f. genau kennen, umaus den Forstbudgets und den Procenten der Verwaltungskosten richtige Schlüsse ziehenzu können. So z. B. kann die Forst - Verwaltung im Lande ^ weit sparsamer und sorg-fältiger sein als im Lande 6, und doch können nach hem Etat für 6 die Kosten wenigerProcente der Einnahme betragen, weil letztere durch einen höheren Holzpreis, durch Ueber-hauungen vermehrt, die Ausgabe vielleicht durch geringe Culturbedürfnisse, durch einenleichten Forstschutz u. s. f. vermindert worden ist. Je roher und unausgebildeter die Be-triebsart ist, desto weniger, je mehr die Cultur steigt, desto mehr Procente erfordern dieSchaffungs - und Verwaltungskosten. Wird man darum erstere der letzteren, z. B. dieWeidenutzung in einer Oertlichkeit, wo Wein oder Hopfen gebaut werden kann, darumvorziehen, weil sie weniger Procente erfordert? Ebenso kommt es bei den Waldungenauf ihren Reinertrag, d- h. auf den Ueberschuß der Einnahme im Vergleich zur Ausgabe,auf deren factischen Ertrag und auf dessen Ducchschnittsansatz pr. Morgen oder auf einbestimmtes Flächenmaß an. Der Verfasser hat diese Berechnungen für mehrere Staatenaufzustellen gesucht; es wird hier zur Erläuterung hinceichen, beispielsweise deren Ergeb-nisse aus dem Großherzogthum Hessen auf den Grund mehrjähriger Rechnungsdurch-schnitte hier anzuführen:
Bezeichnung
der
Ansätze.
Im Durch-
schnitte auf
1 Morgenoder
säHectare.
Verhält-
niß-
zahlen.
Bemerkungen.
fl-
kr.
Einnahme
/ Lasten und Abgänge^ ^ Forstpersonal^ ! Erntekosten« t Culturkosten^ / sonstige Betriebskosten
Summe der AusgabeUeberschuß
3
48
1,00
Unter der Einnahmesind alle Waldnntzungennach den Preisen, umwelche sie örtlich verwer-thet werden können, ver-anschlagt. Die Ausgabefür das Forstpersonal um-faßt alle Dienstgrade, soweit sie für Domanial-waldungen Geschäfte zuverrichten haben.
—
27
24
30
5
7
0,12
0,10
0,13
0,02
0,03
1
33
^5^
0,40
2
0,60
Diese Durchschnittsansätze und Verhältnißzahlen sind für sorgfältige Forstverwaltungendes cultivirten Deutschlands so ziemlich maßgebend, namentlich was die gegenseitigenVerhältnisse der Ausgaberubriken betrifft. Es erhellt, daß die Erntekosten, welche vondem ärmsten Theile der Bevölkerung verdient werden, die stärkste Ausgaberubrik bilden;zieht man sie als blos durchlaufende Posten von Einnahme und von Ausgabe ab, sobeträgt, nach vorstehenden Ansätzen, die Summe der Ausgabe für Forstpersonal (einschl.der Centralstelle), Culturkosten und sonstige Betriebskosten nur 17 bis 18 Procent derEinnahme. Im Ganzen genommen ergeben diese Zusammenstellungen, so weit der Ver-fasser sie aus verschiedenen Staaten sammeln konnte, daß die Forstverwaltung unter allenBetriebsarten auf Staatsrechnung, wobei Selbstverwaltung und nicht Verpachtung statt