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4 (1846) [Deu - For]
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Fabrikschulen. Faction.

F

Fabrik, s. Gewerbs- und Fabrikwesen.

Fabrikschule» sind Elementarschulen für die in Fabriken arbeitenden Kinder.Sie werden häufig von den Fabrikherren selbst errichtet und unterhalten. Sie kön-nen löblich und verdienstlich sein, wenn sie besser, als die Kinder vielleicht sonst inihrer Umgebung, in denselben unterrichtet werden. Aber es wird sehr bedenklich, sieohne Weiteres als Ersatz der gewöhnlichen Volksschulen gelten zu lassen. Die stärk-sten Interessen bestimmen häufig die Fabriksherren und selbst die armen Eltern derKinder, die Arbeitszeit der Kinder weiter auszudehnen, als es für genügende Erzielungund Bildung in Verbindung mit der nölhigen freien Zeit und Freiheit für die übrigekörperliche und menschliche Entwickelung zulässig ist. Hier muß nothwendig dieOberaufsicht des Staates heilsam schützend entschreiten. Es ist höchlichst zu wün-schen, daß für Wohlstand und die Kraft und vielseitige Nalionalbildung, daß selbst zurFörderung unserer agrarischen Cultur das Fabrikwesen bei uns geschützt und geför-dert werde. Aber wir wollen ihm nimmer die höbere menschliche Entwickelung unddie Gesundheit unserer Mitbürger mehr zum Opfer bringen als insoweit diesesähnlich wie auch bei den übrigen Erwerbszweigen unserer ärmern Mitbürger über-haupt unvermeidlich der Fall ist, hier durch diese, dort durch jene Ursachen.Und da die Fabrikation bei uns erst neu in größerer Ausdehnung entsteht, so ist esum so leichter, Fabrikherren und Eltern die Bedingung unverkümmerter Ausbildungund Gesundheit der Kinder zu machen und darüber zu wachen. Sind die Fabrik-schulen in dieser Hinsicht besser oder gleich gut eingerichtet als die allgemeinen Schu-len, so sind sie zu billigen, sonst nicht. Viele deutsche Länder haben durch neuereVerordnungen diesen Gegenstand heilsam zu ordnen gesucht. Weiteres im ArtikelGewerbs- und Fabrikwesen. C. Welcker.

Faction. Das Interesse an der Erhaltung des gerade Vorhandenen, oder ander Erreichung eines Zustandes, der uns vortheilhaft und darum wünschenswerth er-scheint, kann sich dort durch den Angriff und hier durch hartnäckigen Widerstand zurLeidenschaft entflammen. Was im Einzelleben sich ereignet, kommt auch im Völker-leben zum Vorschein; hier aber in weiterem Umfange, weil die umfassenderen, politi-schen Interessen auf der einen und anderen Seite eine größere Menge in Anspruchnehmen. Eine Faction ist eine solche Mehrheit, die ihre gemeinschaftlichen politi-schen Interessen im Staate mit hartnäckiger und leidenschaftlicher Thätig-keit verfolgt oder behauptet. Es wird damit etwas Verwerfliches bezeichnet, weilselbst die gerechte Leidenschaft täuscht und blendet; weil sie selbst dann, wenn daswahre Gemeinwohl das Ziel ihres Strebens wäre, den Weg zum Ziele nicht seltenverfehlt und oft das verderbliche, statt das heilsame und fördernde Mittel zum Zweckeergreift. Diese Rücksichtslosigkeit in d r Wahl der Mittel schließt auch die gewaltsamenin sich, und der Factionsgcist ist darum seiner Natur und Richtung nach aufrührerischund empörerisch, wenn gleich nicht jede besondere Faction bis zur wirklichen Anwen-dung solcher gewaltsamen Mittel gelangt. Keineswegs schließt aber der Begriff einerFaction nur Diejenigen in sich, welche gegen den vom positiven Staatsiechte aner-kannten Zustand ihre feindseligen Bestrebung n richten, sondern ebensowohl die Ver-theidigec des Bestehenden, die mit einseitig leidenschaftlicher Beharrlichkeit den zeitgemäßenForderungen ihrer Gegner sich widersehea und an den alten hemmenden und beengendenFormen des öffentlichen Lebens festhalten, selbst wenn die Veränderungen im Gehaltedesselben, wie sie der Verlauf der socialen Entwickelung mit sich bringt, die Erschaf-fung neuer und zweckmäßigerer Formen zur unabweislich rechtlichen Aufgabe gemacht