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4 (1846) [Deu - For]
Entstehung
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739
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Flaffan 739

auch nicht sehr befriedigt aus. Herr vonFlassan wird freilich Garat als ein Kindder Revolution und einen Mann des Kaiserreichs nicht gelten lassen, weil er ohnediesauch nicht vom Fache war. Indessen können wir doch Einiges von dem hören, waser über die Diplomatie gesagt, da es sich selbst Napoleon auf der Höhe seinerMacht gefallen ließ ihn anzuhören. Wir wollen Garat so wenig als Napoleondarum als eine Autorität anführen, obgleich wir sogar von diesem nicht ganz dieschlimme Meinung des Herrn von Flassan haben, der von ihm sagt: „In allenseinen Entwürfen lag der Keim von Unfällen, selbst für die entferntesten Nationen;und wäre der Geist des Bösen nicht eine philosophische Allegorie, dann hätte manihn in diesem allgemeinen Störer der Ruhe und Ordnung persönlich dargestellt ge-funden." Wir führen nun folgende Bemerkungen Garat's an: „Das neuere Eu-ropa," lauten sie, „bildet sich auf seine Diplomatie Etwas ein; und in der That, eshat eine, da die übrige Welt keine hat. Es ist ein Fortschritt, aber ein solcher, wiejene Scholastik gewesen, die Europa zu der Methode von Descartes und der Phi-losophie des Galilei führen sollte, das heißt, wir werden erst gewiß sein, daß sie etwasGutes gewesen, wenn sie nicht mehr ist, und eine Diplomatie, auf anderen Grundsätzender Ausgleichung und besonders auf einer andern Moral ruhend, die Stelle derselbeneingenommen hat. Bis jetzt bestand das ganze so gefeierte diplomatische Genie darin,daß man gut zu unterscheiden verstand, was man nehmen und sich zueignen konnte,und was man Andern lassen oder zurückgeben mußte. Das ist das ganze Wunderder gepriesenen Kunst der Rich elieu's, der Mazarin's und selbst der Davauxund Oxenstierne, die doch alle, selbst Mazarin, seiner Feinheit ungeachtet, nichtausgenommen, viel Geist hatten, die Geschäfte kannten und einen großen Fleiß darausverwendeten. Nun aber giebt es vielleicht keine Leipziger und Avignoner Messe,keinen großen Jahrmarkt in Europa, wo die kleinsten Kaufleute, zum Besten ihrerButiken und Magazine, nicht einen so großen Scharfblick, so viel Einsicht und Ver-stand zeigen, als man bei dieser Art Diplomatie für die Interessen von Europabraucht. Hier und dort, bei den Kaufleuten und bei den Diplomaten, sind die Inter-essen, welche berechnet und abgewogen werden, fast eben so beschränkt wie die persön-lichen und haben auch in jeder andern Hinsicht den Charakter derselben."

„Es ist durch alle Thatsachen erwiesen, daß keine der großen Veränderungen, diein den Verhältnissen und der Lage der Nationen und Mächte von Europa eingetretensind, das Resultat irgend einer diplomatischen Verhandlung gewesen; alle bedeutendenVeränderungen in dem neuern Europa waren die Folgen von Umwälzungen in demreligiösen Glauben und in den Meinungen der Völker über die Grundsätze und An-sprüche der Regierungen. Was diese Revolutionen bewirkt, das haben die Diploma-ten unterzeichnet, und darin besteht der große Antheil, den sie daran gehabt."

„Es gab in Europa, auf den Thronen und in ihrer Nähe, wo es nicht durch-aus unmöglich ist, auf das Glück der Menschheit bedacht zu sein, vier oder fünfvon jenen erhabenen Seelen, die in diesem Glücke sogar das erste ihrer persönlichenInteressen fanden: sie waren im Ernste und wirklich damit beschäftigt, in Europa andie Stelle jener Diplomatie, die sich mit Feuer und Schwert Schollen Erde undHandelszweige streitig macht, eine solche zu setzen, die unserer Aufklärung und höhernBildung würdig ist, die zum Zwecke hat, die gesellschaftlichen Verhältnisse auf einegerechte und unwandelbare Weise und so zu bestimmen, daß die verwegenen Wünschedes Ehrgeizes der Regierenden unterdrückt würden, die Versuche zum Glücke der Völ-ker aber Gehör und Unterstützung fänden und daß endlich die Mächte nicht mehrder kleinen Interessen der Staaten, sondern nur der großen des menschlichen Ge-schlechts wegen zu unterhandeln brauchten." I. Weitzel.

Fleischesverbrecheu, s. Geschlechtsliebe und Fleischesverbrechen.

Fleischpolizri, Fleischtaxe, s- Lebensmittel.

Flußgebiet, Fluß-Regal, Schifffahrt, Zoll, s. Wasserregal undElbe und Rhein.

Föderativsystem, s. Bund und Conföderation.

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