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Farben an; — keine besondere bevorrechtete Garde des Monarchen mehr; jeder französi-sche Soldat soll sagen können: Ich gehöre zur Wache des Königs; — obgleich Bourbon,soll Ludwig — Philipp l- und nicht Philipp Vll. heißen." Als Präsident der Kammerblieb Dupin, wenn auch nicht immer mit gleicher Entschiedenheit, seinen früher» An-sichten und Grundsätzen treu und zeigte an dieser Stelle eine seltene Gewandtheit, Festig-keit und Unparteilichkeit. Da nach einer beliebten Observanz Alles in Parteien gespaltenwerden muß, so ward auch Dupin bei der seinigen untergebracht. Er galt als derFührer des tiers-parti und der Verfechter des sogenannten j»8ts-nülie„. In einem ge-wissen Sinne gebührte ihm der letzte Name. Mit ganzer Seele unterstützte er die kräftigeVerwaltung von Casimir Percier, widerstand den Anmaßungen des Hofes, wo sieherverzutreten suchten, wie den anarchischen Bestrebungen' und Revolutionsversuchen.Er sprach gegen die Clubs, die sogenannte Nationalassociation, den Misbrauch der Un-tecstützung', die politischen Flüchtlingen oder Verurtheilten bewilligt ward, gegen eineIntervention in Polen und das Propagandenwesen, und man kann sich denken, daß ernicht allenthalben Dank und Freundschaft geerntet hat. Entschieden erklärte er sich für dieErhaltung des Friedens, und da man ihm vorwarf, er wolle ihn unter jeder Bedingung,rief er entrüstet aus: „Nein, dem ist nicht so. In dieser Versammlung sitzt Niemand,der nicht bereit wäre, den Krieg zu führen, den Krieg mit allen Mitteln, die uns zu Gebotestehen, wenn auch der Anschein von Herausforderung, Gefahr oder Erniedrigung sichzeigte. Ein Krieg zur Vertheidigung unsers Gebietes oder unserer Institutionen, würdensie bedroht, wäre für uns der heilige Krieg. Keiner von uns würde sich in solchemFalle gegen einen Krieg erklären, einen Krieg, den wir mit allen Mitteln führen müßten,die uns die Natur und die Vaterlandsliebe bieten, bis wir einen ehrenvollen FriedenerrungenHätten, einen Frieden, der freilich sehr verschieden von dem sein würde, der inder spätem Zeit unterzeichnet worden ist." Die Erhaltung des äußern und des inner»Friedens war sein beständiges Bestreben, und er setzte an dieselbe den ganzen Einfluß seinerPersönlichkeit und der hohen Stelle, an der er stand. Alle Meutereien, die sich rasch aufeinander folgten, sahen ihn sich gegenüber, mochten sie nun von den Handwerkern oderhöhern Ständen ausqehen, Napoleon, das Schicksal Warschaus, die Republik oderdie Legitimität zum Vorwände haben. Er bekämpfte sie alle. „Giebt man ihnen einmalnach, sagte er, dann wird man ihnen noch einmal und endlich immer nachgeben müssen."Bei solchen Gesinnungen kam seine Popularität, wie sie jetzt gar oft verstanden wird, ingroße Gefahr, und er ist auch wirklich abwechselnd ein Gegenstand des Hasses der verschie-densten Parteien geworden. Der Aufruhr umgab selbst seine Wohnung, und eine bethörteMenge forderte unter wildem Geheul sein Leben. Das war nun freilich nicht die Nation,das Volk in seinem wahren edlen Sinne. „Das französische Volk! rief er in derselbenZeit, wo sich Unzufriedenheit laut gegen ihn aussprach. Erkennen wir die Majestät diesesVolks! es ist die ganze Nation; wir Alle sind das Volk." Sein Grundsatz war: „In-nere Ordnung, äußerer Friede, Achtung vor dem Gesetze und die ausgedehnteste Freiheit,welche sich mit der Ordnung verträgt." Freilich liegt in der Anwendung dieses Grund-satzes ein weiter Spielraum, der so leicht eine Verirrung zu ungemessener Strenge als zugefährlicher Nachsicht gestattet. Der Grundsatz selbst wird anerkannt; aber die Art derAnwendung kann hier Lob, dort Tadel finden. Dupin ward der Vorwurf gemacht, ergebe sich zu willig den Entwürfen des Hofes hin, der auch Ordnung, Frieden und Freiheitwolle, aber in seinem Sinne. Frühere Verbindungen knüpften Dupin allerdings an diejetzt regierende Familie, und freundschaftliche Verhältnisse, die vielleicht auch noch fortwäh-ren, brachten sie öfter in vertrauliche Berührung. Man weiß aber, daß Ludwig Phi-lipp, seitdem er den Thron bestiegen hat, die Männer und Ereignisse, die ihm den Wegzu demselben gebahnt, nicht im treuesten Andenken bewahrt; daß er vielmehr, unbeküm-mert um das Vergangene, nur die Gegenwart und nächste Zukunft im Auge hat. AuchDupin scheint als Staatsmann und an der hohen Stelle, die er bekleidet, dem Königekeine besonders großen Opfer gebracht zu haben, die dem Lande nachtheilig oder für seinePerson herabwürdiqend gewesen wären. Er war es, der sagte: „Obgleich Bourbon!"und: „Der König hat seine Bedingungen; wo nicht, nicht." Die Bestimmtheit, mit