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4 (1846) [Deu - For]
Entstehung
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Dupin.

die da nicht wirklich verbrecherisch oder zu Verbrechen absichtlich aufreizend, sondernblos m isfällig ist, als eine strafwürdige verdammt oder zum Grund der Verfolgungdes Urhebers oder seiner Meinungsgenvfsen gemacht werde. Beides zwar geschah aller-dings und im furchtbarsten Maße von Seite der Schreckensmänner" in den Tagendes französischen Revolutionsbrandes, als Jeder geächtet wurde, der im Verdacht stand,verdächtig zu sein, als die wandernde Guillotine alle Provinzen Frankreichs bluttriefenddurchzog und schon eine Thräne, vergossen um den Hingerichteten Vater oder Freund,ein Seufzer über die Lage des Vaterlandes, mit dem Tode bestraft wurden. Solche Greueljedoch sind psychologisch erklarbar, ja bis zu einem gewissen Grade selbst entschuldbar inZeiten Verein ganzes Volk durchdringenden fieberhaften Aufregung, der Entfesselung derwildesten Leidenschaften und der durch die äußerste Gefahr hervorgerufenen Wuth oder Ver-zweiflung- Der Selbsterhaltung willen, der Erhaltung der mit fanatischer Inbrunst ver-ehrten Idole willen, greift man vorübergehend wohl auch zum Schrecklichsten.Etwas Anderes aber wäre zu sagen, wenn irgendwo solche maßlose politische Intoleranzin Zeiten der Ruhe und desFriedens ausgeübt, ja als beharrliches Princip auf-gestellt oder angepriesen würde, blos um, der lauten Stimme des Zeitgeistes entgegen, diegesetzliche Verbesserung eines bestehenden fehlerhaften Zustandes zu hindern oder um, bisin die fernste Zukunft hinaus, zum Vortheil privilegirter Kasten die Verwirklichung ver-haßter vernunftrechtlicher Ideen abzuwenden.

C. v. Rotteck.

Nachtrag. Eine erweiterte Ausbildung und eine neue große politische Wichtigkeithaben die Grundsätze von Glaubensfreiheit und Duldung durch die heutigen kirchlichen Be-wegungen, besonders durch die Deutsch-Katholiken und Lichtfreunde erhalten. Doch da-von wird der Artikel Kirchliche Bewegung der neuesten Zeit, Deutsch-Katholicismus u. s. w. handeln.

Dupin (Andreas Maria Johann Jacob), geboren zu Varzy den 1. Februar1783, gehört zu den ausgezeichnetsten Männern Frankreichs unserer Zeit. Er hat sichals Schriftsteller, Beamter und Staatsmann einen großen Ruf erworben und seinemVaterlande in mehr als einer Hinsicht bedeutende Dienste geleistet. Zum Advocatenstandebestimmt, in welchem sein Vater eine ehrenvolle Stelle einnahm, erhielt er seine frühesteBildung mit der ganzen Sorgfalt, die ihn zu seinem künftigen Berufe vorbereitete. Inder Laufbahn, die dem Jünglinge vorgezeichnet war, konnte sein Leben weder mannig-faltig noch reich an hervorstechenden Zügen und Wechselfallen sein. Er bemühet« sich, dieKenntnisse zu erwerben, die dem Manne dienen konnten, und zeigte einen Fleiß und eineBeharrlichkeit, die, verbunden mit den glücklichen Anlagen, die er von der Natur erhal-ten, ihm eine bedeutende Stellung in der Gesellschaft verhießen. Seine Mitschüler ausdieser Zeit erinnern sich noch, wie ihnen das ewige Licht an den kleinen Fenstern im viertenStocke aussiel, wenn sie in später Nacht an der Wohnung Dupin's vorüberkamen,indem sie mit lärmender Fröhlichkeit von geselligen Vergnügen, von dem Schauspiele odereinem Balle sich nach Hause begaben. Im Jahre 1802 ward er unter die Advocatenausgenommen und erhielt 1806 den Grad eines Doctors der Rechte. Sein Wahlspruchwar:Freie Vertheidigung der Angeklagten", ohne die alle Gerechtigkeit nur Trug undLüge ist, und diesem Wahlspruch blieb er, ohne Rücksicht auf Personen oder Parteien,treu, mochte es den Justizmord des Marschalls Ney oder des Herzogs von Enghiengelten. Diesen Wahlspruch sprach er öffentlich vor dem Gerichtshöfe aus und vertheidigteihn, da die Gewalt einen andern im entgegengesetzten Sinne geltend machen wollte, denWahlspruch nehmlich, daß Advocaten die Vertheidigung von Staatsverbrechern nichtübernehmen könnten, ohne sich bis zu einem gewissen Grade selbst zu ihren Mitschuldigenzu machen. Es war in der unglücklichen Zeit von 1815, wo sich der Ausspruch desgroßen Fox bewahrte, daß eine Restauration die schlimmste der Revolutionen sei. DieReaktion begann ihre ganze ungezähmte Wuth zu zeigen, ihre Proscriptionslisten unterdem Schutze der Verbündeten, denen die Restauration ihr Dasein verdankte, aufzustellenund ihre Kriegs- und Ausnahmegerichte und ihre Militaircommissionen einzuführen. Mitdiesem Wahlspruche hatte Dupin sich seine ehrenvolle aber gefährliche Stellung angewie»