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Deutscher Bund und deutsches Bnndesrecht.
„die zu solchen Ehren stieg, daß vielfältig Professoren, Comitialgesandte und Staatsmini-„ster aus ihr erwählt worden sind." —„Wenn die deutsche Union" — so fährt er S. 319fort —„zu nichts Besserem dient als den Status quo zu erhalten, so ist sie tvider„die ewige Ordnung Gottes, nach welcher weder die physische noch die moralische Welt ei-„nen Augenblick in Statu quo v-rharren, sondern Alles in Leben, ordentlicher Bewegung„und Fortschreitung sein soll. Sie ist wider alle politische Erfahrung, nach welcher, wie„die physischen Kräfte durch Stockung in Verwesung übergehen, so alle Eonföderationen„durch jenes Princip in Erkaltung, Privatleidenschaft und zuletzt in unwidertreibliche„Selbstauslösung. Sie kann keinen vernünftigen Menschen interessicen. Ohne Gesetz„noch Justiz, ohne Sicherheit vor willkürlichen Auflagen, ungewiß unsere Söhne, unsere„Ehre, unsere Freiheiten und Rechte, unser Leben einen Tag zu erhalten, die hilflose„Beute der Uebermacht, ohne wohlthätigen Zusammenhang, ohne Nationalgeist zu exi-„stiren, so gut bei solchen Umständen Einer mag — das ist unserer Nation Status quo.„Und die Union wäre da, ihn zu befestigen t — Ist es dieses und Nichts weiter, so beden-ket und nehmet zu Herzen, daß, als Israel sah, daß Rehabeam nicht hören wollte, das„Volk dem König eine Antwort gab und sprach: „Was haben wir denn Theils an David„oder Erbe am Sohn Jsai? Israel hebe sich zu seinen Hütten!" So sehet ihr denn zu„euren Häusern, ihr Fürsten! —Unser gutes und billiges Volk wird jede wahre Verbes-serung als Wohlthat erkennen, ist vor Misbrauch dieses Glücks durch die Stimmung sei-„neS Charakters und die Organisation unserer Verfassung sicher und so bereitwillig, als„irgend eins auf dem Erdboden, gute Fürsten mit Enthusiasmus zu lieben und das Leben„für sie aufzuopsern. So daß davon schlechterdings die Frage nicht sein kann, ob durch„Verbesserung der allgemeinen Reichsverfassung nicht etwa der Fürstenmacht Gefährde Zu-wachsen dürfte." —
Unter der Überschrift: Es geschieht Nichts, entschuldigt er hierauf zuerst denbereits verschiedenen König Friedrich durch sein sinkendes Alter und fährt fort: „Etwas„muß geschehen, es muß der Nation geholfen werden! Die Palme ist aufgesteckt; wer„sie erreicht, dem werden die Völker zujauchzen. Wir glaubten, in der Union sei Sinn„für etwas Edles- Fast scheint es, wir haben uns geirrt." Nun wendet er sich an eineneinzelnen Fürsten, an Kaiser Joseph, und schließt endlich: „Sollte auch dieser den edlen„Kranz verschmähen, so haben wir zum wenigsten gelernt, Denen nicht mehr zu vertrauen,„die bald nicht helfen wollen, bald nicht helfen können. Sie mögen stehen oder fallen:„der Enthusiasmus für ihre Waffen höre aus! Verflucht sei der Mann, Schande komme„über sein Haupt, der dem Säumigen das Wort redet! Eins bleibt jedem Biedermanne„übrig und, kann er schreiben, noch ein Zweites. Jeder diene seinem Fürsten gewissen-haft mit Wahrheitsliebe und Eifer, wenn er seines Landes oder Ländchens Vater ist,„helfe dem Volke, mildere seinen Zustand und mache ihm sein Leben froh. So schimmert„in schwarzen Wettecnächten zuweilen ein Stern hinter den Wolken hervor. Wen aber„der Geist Gottes treibt, für die Rechte der Menschheit zu reden, der streue den Saamen„vernünftiger Freiheit aus, unbesorgt, ob er selbst die Frucht davon erlebe! Montes-quieu hat mehr gewirkt als alle Fürstenunionen!"
So furchtbar ernst ertönten die fast schon an der Rettung des Vaterlandes verzwei-felnden Worte der Mahnung. Und kaum waren auch sie verhallt in den Ohren der mehrmit sich als mit dem Heil des Vaterlandes und ihrer Fürstenhäuser beschäftigten Staats-weisen und bei den Nachkommen jener beruhigenden Krähe, die da ries: „es wird Al-les gut werden", da brachen — wer hätte die Erfüllung der Voraussagen des edlenSchriftstellers so nah und schrecklich geglaubt? — die Stürme herein. Das tausendjährigeReich ging schmachvoll zu Grunde und riß von seinen vergeblich gewarnten beinahe zwei-tausend Regierungen alle bis auf etliche dreißig mit sich in den Untergang. AlleThrone wankten und die Nation schwamm in ihrem Blute. C. Welcker.
Deutscher Bund und deutsches Bundesrecht; die Grundzüge desletzteren nach ihrer historischen Entwickelung und ihrer juristischen Na-tur.— I. Die Mitglieder und die Statistik des Bundes.— Der deutscheBund wurde geschlossen von den Regierungen der acht und dreißig deutschen Staaten,