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11 (1848) [Pre - Schi]
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724
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724 Sachsen, Königreich.

Auch gab Ihm der Kaiser das Pleißner Land, einen Umfang von Reichsdomänen, die manals zu entfernt von den damaligen NeichSsitzen, nicht schätzen mochte. Aber bald richtetensich die Blicke der Kaiser nicht blos aus dieses, sondern auf die gesummten meißnisch-thüringischen Lande begehrlich; besonders als Kaiser herrschten, die, wie Adolf von Nas-sau, Albrecht von Habsburg, nach möglichster Erwerbung und Erweiterung einer Haus-macht trachteten. Die Umstände schienen sie einzuladen, als zwischen Albert dem Un-artigen und seinen Söhnen, Friedrich dem Gebissenen und Diezmann, lang-dauernde Uneinigkeiten ausbrachen, in deren Verlause Jener seine Lande und Rechte anden Kaiser verkaufte. Dennoch siegten die Brüder auch über kaiserliche Heere, haupt-sächlich durch die treue Anhänglichkeit des Volkes, besonders der Städte, deren Vertrauendie meißnisch-thüringischen Fürsten frühzeitig durch zahlreiche Rechte und Freiheiten ge-wonnen hatten, sie als treffliche Stützen gegen den Adel erkennend, und die durch Berg-bau, Handel und Gewerbfleiß blühend wurden. Friedrich der Gebissene konnte die unge-theilten Lande 1324 auf Friedrich den Ernsthaften vererben. Das doppelte Besitzthumin Meißen und Thüringen, beiderseits aussichtsreichen Punkten, scheint insoweit demHause geschadet zu haben, als ihm die Aufgabe auf beiden Punkten zugleich zu schwer fielund der öfters eingeschlagene Ausweg der Theilungen die Kraft nur schwächte. Nebendiesen Theilungen kamen jedoch auch gemeinschaftliche oder abwechselnde Regierungen oft-mals vor, und auch sonst suchte man früher eine gewisse Einheit zu erhalten, indem mangewisse Punkte, z. B. die Bergwerke, die schriftsässtgen Vasallen u. s. w. ungetheilt ließ.Friedrich der Streitbare (ff 1428) besaß wieder die gelammten Lande und benutzte seineMacht und seinen Reichthum, um sich die nur noch mit geringen Landen begabte sächsischeKur verleihen zu lassen (1425). Damit kam der ruhmreiche Name der Sachsen, diesesvom fremden Wesen am Wenigsten insicirten deutschen Stammes, auf Meißen, und diehohe politische Bedeutung seiner Fürsten erhielt nun auch eine staatsrechtliche Anerken-nung und verfassungsmäßige Form. Seit dieser Zeit naniiten sich die Agnaten desHauses, die nicht die Kurfürstenwürde bekleideten, Herzöge zu Sachsen. Unter demsel-ben einsichtsvollen und thatkräftigen Fürsten wurde die Universität Leipzig, eine Tochterder Prager, gestiftet. Seine Söhne theilten wieder und haderten dann um die Theilung.Kurfürst Friedrich der Sanftmüthige (ff 1464) beerbte zwar seinen Bruder; aber auchseine Söhne, die anfangs gemeinschaftlich regiert hatten, theilten nun diesmal definitiv,wenn auch die Art der Theilung nicht unverändert blieb. Bei der Theilung (1485) erhieltder Kurfürst Ern st ('s 1486), außer der Kur und dem Kurkreise, den größten Theil vonThüringen, das Voigtland und die Pflege Koburg, Albert °) der Beherzte aber das alteMeißen und den Rest von Thüringen. Die Nachfolger in der Kur und der ErnestinischenLinie, die Kurfürsten Friedrich der Weise, Johann der Beständige undJohannFriedrich der Großmüthige, erwarben sich hohen Ruhm, indem sie den jungen Baumder Kicchenverbesserung sorgsam förderten, mannhaft schützten und der geistigen Bewe-gung der Zeit in Dem, was sie als Recht und Pflicht und dem gemeinsamen Wohle desStaates entsprechend erkannt hatten, voranschritten. Doch sollte der eigentliche Sieg derprotestantischen Glaubensfreiheit und die Vereitelung der auf eine spanische Einheit desdeutschen Staatslebens gerichteten Pläne Kaiser Karl's V. nicht durch sie, sondern durchden kühnen und staatsklugen Moriz^) aus der anderen Linie des Hauses erwirkt wer-den. Denn Dieser, mit seinem Vetter, dem Kurfürsten, wenig einig und dessen und sei-ner Verbündeten Einsicht und Kraft wenig zulrauend, hielt, ohne von dem Protestantis-mus abzufallen, doch zum Kaiser und erwarb sich dadurch, nach der Schlacht von Mühl-berg, die Kur und die Lande seines Vetters, dessen Linie nur ein geringeres, später etwasvermehrtes Besitzthum in Thüringen und an den fränkischen Gränzen gelassen ward-Derselbe aber erklärte sich wider den Kaiser, als dessen Tendenzen für weltlichen undkirchlichen Absolutismus offen hervortraten, und riß in raschem Anlauf das ganze Ge-bäude seiner Pläne und Hoffnungen ein. Nicht der Ueberfall that das, sondern daß sich

5) v. Lange nn, Herzog Albrecht der Beherzte. Leipzig 1838. 8.

6) v- Sangenn, Moriz, Herzog und Kurfürst zu Sachsen. Leipzig 1841. 2 Bde- 8.