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11 (1848) [Pre - Schi]
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i Preßfreiheit; freie Presse; Freiheit der Presse rc.

immer die Ungewißheit bleibe, was eigentlich ein Preßvergehen sei, und was als solchesangesehen werden könne und müsse; es sei unmöglich, auf allgemein gültige Art festzu-setzen, wo die Freiheit der Presse aufhöre, und wo die Frechheit beginne; die Presse seidurch Gesetzgebung unbezwinglich; man müsse sich mit ihren unvermeidlichen Nachtheilenwie mit ihren Vortheilen absinden; gute und böse Folgen seien hier unzertrennlich; siesei in vielen Fallen ein nothwendiges Uebel. Der Verfasser dieses Artikels lebt derfestesten Ueberzeugung, daß die vollkommen freie Presse eine große Wohlthat für denStaat im Ganzen und für alle Theile desselben sei, und daß die Nachtheile derselben beiWeitem durch ihre Vorthelle ausgewogen werden. Er ist aber in Bezug auf die Nutzan-wendung schon zufrieden, wenn die Gegner der Preßfreiheit sie wenn auch für ein Uebel,dennoch für ein nothwendiges erklären.

IV. Anwendung aufDeutschland.- Unter dem deutschen Reichs-verbande waren allerdings die Landesherren zur Anordnung von Censur aller Druck-schriften durch die Reichsgesetze ermächtiget; welch' letztere zur leichteren Vollziehung dieserVorschrift unter Anderem verboten"), Druckereien anderswo als in landesherrlichen Re-sidenzen, auf Universitäten und in Reichsstädten zu gestatten. Der fackische und zumTheil particularrechtliche Zustand war jedoch in einem großen Theile Deutschlands ein weitbesserer. Des großen Kaisers Joseph II- Grundsätze über Freiheit der Gedankenmitthei-lung sind allgemein bekannt. Von Preußen, Kurhessen, Hannover, Braunschweig undeigentlich überhaupt von Deutschland redend, giebt Johannes von Müller folgen-des Zeugniß in einem von ihm Namens des damaligen königlich westphälischen Senats-raths (Section der Justiz und des Innern) am 5. März 1809 erstatteten Bericht:DansIss provinoes <pii composent Is ro^sume <Is VVestplisiie, il re'gnsit generslementdeaiieoup »Is iiberte. Ober In plupart des Urinces ?rotsstsns eile etsit sppii^e's snrIs principe da iiiire exsmen, <p?on sait etre eelui de Is rekorinalion ; dsns Iss ps)'«prussiens sur Is siiperiorits de Vrede'ric II. <pii, soiis Is double lsurier d'un Iieroset d'un bomme de gsnie, ne redoutsit rien. Liier I»i Is liberte <Ie Is presse etsitilliinite'e, dsns ies e'tsts inoiiidres eile etsit un peu rsstreinte psr des crsintss etdes jslnusies politi^ues, un peu psr Iss livres s^mbnli^nss des diverses cnnkessions.Dsns Ies p»)'» cstllalicpies eile etsit piss gsne'e. Lit Is prosperite des divers ps^set Is developpemsnt de I'esprit des peuples etsit en Proportion exscte au plus onmoins de liberte l)u'an Isisssit aux presse«."

Isinsis II n'sn resulls aucun mal. II ^ eüt des Lmpereurs bsi's comme per-secutenrs, des princes de l'einpirs ollieux psr leur avsrice, detestsbles psr des I>s-bitudes tz-ranniczues, meprissbles psr leur iinbecillite', svilis psr le scsndsle de leursmoeurs : sueun n'a per! d'une mort violente, sucun n'a ete detränej Ober Ies ^Ile-msnds il ^ s loin de Is plume au poiAnsrd. Dnngtems on ecrit avant d'etrs ssisi etjage, de Isjusc^u's I'action il peut ss pssser des gene'rations."

Von dem Groß Herzogthum Hessen sagt der damalige herzoglich oldenburgi-sche Bundestagsgesandte (später großherzoglich oldenburgischer Geheimerath) von Bergin einem am 12. Oktober 1818 an die hohe deutsche Bundesversammlung erstatteten Be-richte:Bemerkenswerth ist, daß in einem ver größeren Bundesstaaten, seit einer langenReihe von Jahren, die Preßfreiheit als Regierungsgrundsatz besteht und unter den Stür-men der Zeit sich unerschüttert erhalten hat, wie sie denn auch bei der Besitznahme derLande jenseits des Rheins ausdrücklich bestätigt worden ist. Nach den mir gewordenenMitteilungen ist im Großherzogthum Hessen weder ein allgemeines Gesetz, noch einebesondere Bestimmung über Preßfreiheit vorhanden; sie hat aber, während der ganzenRegierung des Großherzogs, der That nach, bestanden, so wie auch Schriften jeder Actder Eingang in das Land stets ungehindert gestattet worden ist. Nur ungern und in sehrseltenen Fällen hat man auf Beschwerden über Zeitungen und Flugschriften, welche imGroßherzogthum erscheinen, zur Erhaltung freundschaftlicher Verhältnisse mit anderenStaaten, angemessene Verfügungen getroffen, nie aber hat der Großherzog, der Errich-

13) Reichsabschled von 1570. §. 155, Neue Aei'chspolireiordnung, Tit. 35. §. 6.