Norman in den Bergen.
(Frei nach Walter Scott.)
Die Haide wird mein Bette sein,
Mein Pfühl der moosbewaohs’ne Stein,Dann lullt der Kunden Kuf mich ein —So fern von Dir, mein Licht, Marie!
Wer weiss, wer weiss, Du holde Braut,Wenn wiederum der Abend graut,
Dann lieg’ ich bleich und ohne Laut,
Und Du erweckst mich nicht, Marie!
0, wie mein Herz im Busen schwillt,Gedenk’ ich Dein, geliebtes Bild,
Wie Dir vom Aug’ die Thräne quilltUm unser Trennungsleid, Marie!
Von Glück und Liebe, ach! so weit,
Sei Leib und Seele doch gefeit —Pfeilschnellen Pusses, todbereit,
So flieg’ ich in den Streit, Marie!
Einst weicht die schreckensbange Nacht;Doch fall’ ich in der heissen Schlacht,
So wisse, dass ich Dein gedachtIm letzten Todeshauch, Marie!
Doch kehr’ ich heim, vom Sieg gekrönt,Wie strahlt die Welt uns neuverschönt,Wie süss des Hänflings Brautlied töntIm duft’gen Fliederstrauch, Marie!
5 .
Das Aufgebot.
(Der Chor.)
Das Feuerkreuz! Fort, Norman, fort!
Durch Berg und Thal, durch Sumpf und MoorDen rasenden Lauf! Durch den Strom brich vorWo der Abgrund gähnt, wo der Felsthurm ragt,Frisch auf! Den verzweifelnden Sprung gewagt!Fort, Norman, fort!
Von Boot und Keuse, Karst und Pflug,
Von Wild und Wald, vom Falkenflug,
Sie nah’n, sie kommen, Zug um Zug.
Und Waffen klirren und Hörner gellen,
Des Aufruhrs Wogen schwellen und schwellen,Fort, Norman, fort!