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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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soweit, als bekannt vorausgesetzt werden, da wir im Ele-mente der Freyheit, nach deren Entwickelung zur freyenKraft und zur Freythätigkeit, herangewachsen find. Undwenn in der Psychologie auch die Affekte und Leiden-schaften, sogar besonders zur Sprache kommen sollen,indeß sie, die Seelenlehre, vor der Sittenlehce gegebenwird; so muß ja vom Willen wohl auch besonders schondie Rede scyn, obwohl nur in solcher Anwendung. Mandenke an die Schriften von Carus oder an jene vonMaas (Ueber die Leidenschaften", so wieUeber Gefühleund Affekte). Solche Darstellungen, vorläufige in Betreffdes Willens, sind dann zugleich Vorbereitungen zurEthik: um so eher, nachdem auf solche Art eine spekula-tive Wißbegierde erregt worden, mag jetzt die Freyheit alsbesonderer und eigentlicher Gegenstand Vorkommen. Diewissenschaftliche Ueberzeugung von der Realität ihres Be-griffs ist durch eine solche Anwendung eingelcitet, so wiesich derselbe schon vorläufig bewährt hat, wenn auch nurals Vorbegriff entstanden auf jenem Wege der Bildung(Vorbildung). Und wohin weisen diemetaphysische" undpsychologische Freyheit"?

ES hat überhaupt mit dem, was man Vorwegnahmeund Wiederholung (Anticipation und Repetition) nennt,eine ganz eigene Bewandtniß in der Philosophie. Vermögejener Vorstimmung von Seite des Kopfes sowohl als desHerzens, in Betreff des Uebersinnlichen, und wie ohnedieselbe das Studium der Philosophie gar nicht beginnenkann, darf in dieser Wissenschaft wie in keiner andern Et-was als bekannt, und so einige, für den Zweck, worauf eseben ankommt, schon zureichende Kenntniß vorausgesetzt wer-den, auch in Einer und derselben Darstellung. Selbst «inSchulwort, welches jene Sache angeht, mag so gebrauchtwerden, wenn nur das Nähere bald folget *). So ist dieAufmerksamkeit und das Verlangen erregt. Und was dieWiederholung betrifft, so mag Einer, der nur blät-tert und folglich die weitere Erklärung oder die An-wendung von der bloßen Wiederholung nicht zu un-terscheiden vermag, gar bald (eben so leicht als vornehm)die Bemerkung machen:DaS Buch ist von Wiederholungennicht frey." Auch in dieser Hinsicht muß wohl erkannt werden,!. daß und wie eigentlich die Philosophie nur Ein Objekt einen bestimmten oder eigenen Gegenstand habe, II.in welchem Verhältnisse daS Objekt zu dem Subjekte überall

») Man vergleiche z. B. in der Oarst. der allgem. Philos. dieS. 22 mit S. 23 ». folg.