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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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stehe, und III. welche besondere Vorbedingung bey demStudium derselben cintrete. Selbst von dem Höchsten, selbstvon Gott kann soweit auch in der Psychologie schondie Rede ftyn. UebrigenS vergleiche man irgend eine an-dere Darstellung der psychischen Anthropologie!

Freylich, wollte Jemand schon in der Psychologie, undbesonders in einer Grundlegung dazu,die Idee Gottes"oderdes Heiligen" so ausstellen, daß dieselbe als Erstesin der wissenschaftlichen Gestalt sich spalten sollte in dieIdeen des Schönen, Wahren, Guten u. s. w.: dann würdenach meiner Ansicht, ich gestehe es, eine arge Verwechselungdes wissenschaftlichen Vortrags mit dem erbaulichen eintre-ten. Was könnte da unter dem WorteGott" erschei-nen? Wollte hingegen ein feiner oder ein grober Materia-list zwischen Wissen und Glauben, Philosophie (?) und Re-ligion wie zwischen Licht und Finsterniß eine Scheidewandaufführen, indeß er zugleich für den Glauben oder die Reli-gion spräche, ja selbst das Herz ihr zum Tempel, der Phi-losophie aber den Kopf zu ihrem Sitz, anwiese: so wäredieses Gerede für den Glauben, wenn keine feinere Politikoder Heucheley, doch eine grobe Folgewidrigkeit. Nein, dieReligionsphilosophie ist kein leerer Name, kein Gebilde derWillkühr, der Phantasie und der bloßen Spekulation. Ge-rade da, wo der wichtigste aller Gegenstände vorkommt, undwo laut der Geschichte so leicht die gröbsten und verderb-lichsten Irrthümer eintreten, gerade da ist die Erkennt-niß der Wahrheit von dem höchsten Gewichte, von der erstenNothwendigkeit. Und durch ihre Darstellung selbst muß undkann sich die Religionsphilosophie einem Jeglichen, der nichtmaterialistisch gestimmt ist, bewähren als der höchste, wichtig-ste und schönste Hauptzweig der Philosophie. Daß undwie aber die Moralphilosophie derselben zunächst vorarbeite,muß die weitere Darstellung zeigen: wo insbesondere klarwerden soll, daß weder die Moralphilosophie ohne die Neli-gionSphilosophie bestehen, noch diese ohne jene entstehenkann.

La » vshut, lg2ö.Gedruckt bey Franz Seraph Storno.