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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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389
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Auch kann ja mit dem Verstände die Phantasie dialektischZusammenwirken, indem besonders die bloß formaleAllgemeinheit (S. 33 oben) in die reale umgesetzt wird.Nur mangelt die Folgerichtigkeit, wenn der Dialektiker so-dann nicht, gleich dem Jdentitätölehrer, aufhebet den Sach-oder Realunterschied zwischen z. B.der sittlichen und sinn-l lichen Natur".

Aber ist in einer Darstellung, wie die vorliegende, be-sonders im zweyten Theile, keine Vorwegnahme? Kommtda nicht schon Mehrereö vor, was insbesondere und eigent-lich der Ethik angehört? Vielleicht könnte sich Jemand,nach seiner Ansicht und Vorstimmung, versucht finden, denganzen zweyten Theil oder doch das Meiste davon in dieMoralphilosophie zu verweisen. Wer aber da schlechterdingskeine Anlicipation, keine Rede von dem, was späterhin(auch in derselben Wissenschaft) als besonderer Gegenstandzur Sprache gebracht wird, zugeben wollte: der würde diePhilosophie mit der bloßen Logik, Physik und der Geschichte

zumal der sogenannten Naturgeschichte, wo man einStück nach dem andern aufführt verwechseln. Und mansieht, wie jene Verstandesansicht auch da eingreifen kann.Es kommt, meines Erachtens, zuvörderst darauf an, daßman einsehe oder bedenke, wie eben die Sache, welche derPhilosophie Gegenstand ist, schon auf dem ersten Wege der(ächten) Bildung dem Menschen auf mehr als Eine Artund von mehr als Einer Seite her nahe gebracht wird.Wie nun derselbe philosophische Darsteller bey Jedem, wel-cher des Studiums der Philosophie, oder der Lesung einerphilosophischen Schrift nicht unempfänglich ist, einige Kennt-niß der Sache schon voraussetzen kann: so mag er auch

diesen und jenen zur Sache gehörigen Punkt schon vor-läufig berühren, aussprechen oder obwohl nicht besonders

zur Sprache bringen, und L. die besondere Untersuchungdieses und jenes Hauptpunktes einem späteren Orte, aus-drücklich oder stillschweigend, Vorbehalten *). Ja, wo istirgend eine Rede von der Philosophie (sage man auchLogik und Metaphysik"), wo nicht der ethische Begriffsoweit, als er zunächst den Willen betrifft, schon vorausge-setzt wäre, und bereits, ausdrücklich oder stillschweigend, an-gewendet würde? Diese Voraussetzung findet sich schon ein,sobald man sagt:Subjekt der Philosophie", soll dasselbeanders keine Verstandesmaschine seyn. Der Wille kann,

') Vgl. mit S. 54t 54Z.