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Unbedingte re. (überhaupt), — das Wahre. Auch bey derVernunft als „Wahrnehmungsvermögen" waltet schon der-selbe Hinblick auf die Philosophie als Wissenschaft. Da-rum ist die Vernunft vorher, in Bezug auf das ganzemenschliche Sepn, das Göttliche selbst und zugleich dasVermögen, dieses zu vernehmen, genannt worden. Dennsolches Vernehmen, wie es vor jeder subjektiven odermenschlichen Thätigkeit gesetzt werden muß, und so zuvör-derst als reine Gabe erscheint, ist offenbar von der Wahr-nehmung wohl verschieden, und bezieht sich keineswegs, wiediese, zunächst und allein auf die Wissenschaft. Za wennnur das „Wahrnehmungsgefühl" ausgestellt oder ausgespro-chen wird*) so dürfte man auch in dieser Sprache, wie injener von dem „denkenden Schöpfer", noch einen Nachklangdes alten Intellektualismus bemerken, obwohl nur soweitin der neuen Darstellung, da nun auch der Wille selbst inAnsehung des Ersten, des Ursprungs oder Entstehens allerPhilosophie in irgend einem menschlichen Geiste, besondershervorgehoben wird.
Und mit welchem Rechte tritt in dieser Sprache dasWahre nicht allein vor, sondern sogar allein auf? Wa-rum ist zuvörderst nicht ebenfalls vom Guten und Schö-nen, oder dem Gefühle dafür, die Rede? Also warumkein Wort von dem moralischen und ästhetischen Gefühle?— Wenigstens sticht diese Sprache („Wahrheitögefühl")nicht wenig ab gegen jene Zeitrede von dem Schönen undGuten nächst dem Wahren. Und wenn der Verstand, wie diePhantasie als menschliche Kraft erst durch den Willen be-stimmt oder in Thätigkeit gesetzt wird; so kann wenigstensdas Wahre nicht vor dem Guten aufgeführt werden. Selbstals ein Kind beschränkter Reflexion erscheint eine solcheDarstellung, nenne man auch (wie zeither nicht selten) daSWahre, Gute und Schöne so viele Ideen, ja sogar Ur-,
*> wie in ReinhvldS letzter Schrift: „Uoberdie alteFraae,was ist die Wahrheit?"