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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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»verden, ja sogar teuflisch erscheinen*). — Und wie zeigetsich die Phantasie besonders im Geschlechtsverhältniffe, wieschön und erhebend, wenn auch mit einiger Schwärmerey,in der Liebe, wie wild und erniedrigend, selbst bis zur tief-sten Geisteösklaverey, in der Wollust! —

Da nun die Wörter „Phantom", „Phantast" und„Phantasterey" sowohl als „Phantasiren" und „Phanta-sien" von der — Phantasie abstammen; so kann wohl derneue Vorschlag, die Phantasie dem höheren Schönen alleinzu bestimmen, nicht gelingen. Zn einer neuen, gepriesenenKunst- oder „Schönheitslehre" bringt die Phantasie, so-gar die „Erkenntniß des Uebersinnlichen" hervor. So trittselbige an die Stelle der Vernunft und deS Verstandes.Kein Wunder, wenn sie da schlechthin und allein „göttlich"heißt! Trete sie aber auch auf ihrer höheren Seite mit derVernunft als göttliche Macht zusammen, wie daS Schönemit dem Guten und Wahren; was ist dann von Seitedes Willens erfoderlich, wenn sie produktiv, schaf-fend oder schöpferisch werden soll? — Auch sind dieseBeyworte im besten Falle noch eine Art von Metapher.Und wenn die Phantasie als menschliche Kraft so beschaf-fen ist, daß sie dem Ungöltlichen selbst dienen kann: wasfolget dann in Absicht auf den Künstler, Dichter u. s. w.,da ein solcher, was er auch übrigens sey, auS dem Kreiseder Menschheit überall nicht herauötreten kann? Eben diePhantasie wird ihm ja vornehmlich, als Organ seiner Dar-stellungen, beygelegt. Diese kommt sonach immer zuerst oderdoch zugleich und vornehmlich in Betracht, wie hoch, wie erha-ben und schön auch ein Anderes, das man dem Dichter re. da-bcy zuschreibet, erklingen oder auösehen mag.

') Oeffenttiche Blätter erzählten von einem Dienstmädchen» das anEinem Tage da und dort im Hause Feuer anzulegen, und selbstMenschen, besonders eine alte Frau, mehr als Einmal, anzu-zündc» wußte, dabey sich des Lachens nicht enthalten konnte,und zugleich keine Spur von Wahnsinn verrieth. (Morgtnbl.lüro. Nr. So.)