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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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gehen, soll anders die höhere Wissenschaft, jene des (wahr-haft) Uebersinnlichen, jemals eintreten können. Za dieserUmschwung des Denkgeistes ist um so nöthiger, da sonstdie erwachende, regere Sinnlichkeit gar leicht an jene Denk-weise sich anschlingt.

Die Macht der Gewohnheit, diese Folge derAngewöhnung, spielt eine gar große Nolle auch im Landeder Wissenschaft, selbst in jenem der Philosophie, jawohl auch besonders im Felde der letzteren, da und wieselbige nun einmal auch eine formale und dann insbeson-dere eine systematische Seite hat. Zm Glanze des Neuenmag ein System, ein Zeitgebilde dieser Art, selbst eine vor-zügliche Kraft erst längere Zeit fesseln, zumal wenn beson-dere Umstände sie demselben zugeführt haben. Um so eherwird dann auf dasselbe ein Werth der Zuneigung (pretiumslkectionig) gelegt. Aber in gewissem Maße kann solchesbey jeder neuen Theorie, Hypothese u. s. w. Statt finden.Zm Gebiete der Philosophie tritt es darum leichter ein,weil der Gegenstand hier von so hoher Wichtigkeit ist.Denn auf die Form und hiemit auf das System als solche-wird dieselbe unvermerkt übergetragen, da man, im gesetz-ten Falle, zwar die Sache keineswegs verkennt, aber noch(wenigstens bestimmt und deutlich) nicht erkennt, wie dennirgend ein Mensch zum Besitze derselben ursprünglich kom-me *).

Solche Gewalt oder Macht der Angewöhnung trifftnun eben darum auch die Wissenschaft, weil alles Verstän-dige als solches seinem Werthe nach mit dem Sinn-lichen aufEiner Linie steht, und daher auch me-chanisirt, auch dem bloßen Naturwesen in gewissem Ma-ße eingebildet seyn kann. So unterliegt eS denn auch imMenschen, wenigstens zum Theile, der Macht des Mecha-nismus. Und Solches gilt jedem menschlichen Verstände,

') O. der allgemeinen Philosophie. S. 280. vgl. mit S. ZZ 2 .