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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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jedem Talente, heiße eS auch Genie. Auch der größteGeist dieser Art entzieht sich nimmermehr ganzdem Einflüsse seiner Zeit. Daher die „vorgefaßtenBegriffe" und deren Macht; daher insbesondere die „Vor-urtheile"; daher die Gewalt der Meynung, und selbst „diefixe Idee", in Bezug auf diesen und jenen einzelnen Punkt,— auch im Gebiete der höher» Wissenschaft! Za die Phan-tasie mag, im Fortgange der Zeit, mit dem Verstände der-gestalt zusammenwirken, daß in der Wissenschaft, wie dortim Leben, weiterhin nur noch einzelne lichte Zwischenräu-me (luoicls Intervalls) Vorkommen. Auf diese Art kulmi-nirt insbesondere die sogenannte „Mystik des Verstandes".Und will man dagegen von dem Unverstände reden; so ver-gesse man nicht, wie auch „im Unsinn Methode seyn" kann.Auch wird ja das Erste, worauf eö ankommt, nicht durchdie Methode gesetzt oder gegeben. Niemals aber soll daSErste, was Noth ist, dem Mystiker als solchem abgespro-chen werden.

Blicken wir jetzt zurück auf ein gemeinschaftliches Mcn-schenloos auch im Lande der Wissenschaft: welche Auffor-derung für Jeden, der das „Uomo «um, nil liumsni sme slienum puto" auch von dieser Seite in sich fühlet, —welche Aufforderung zum Nachdenken und, wie zur Mensch-lichkeit im schönsten und tiefsten Sinne, so auch zum neu-en, muthigen Fortstreben auf der Bahn menschlicher undmenschenwürdiger Ausbildung!

Eine ganz ausgezeichnete Erscheinung ist daS Wech-selspiel der Extreme, auf diesem Wege der menschli-chen Bildung, wie da i) ein Extrem das andere begünstigt,hervorruft...., 2) eines daö andere berührt, — beyde zu-letzt wie in Einem Punkte zusammenlaufen, und 3) wohlauch eines das andere beschranket — unter den Leitungenjener höheren Macht, welche dem Zusammenhänge deSGanzen zu gebieten vermag.