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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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heben. — Ganz anders spricht freylich jene dogmati-sircnde Mystik, welche da nicht etwa nur das Gött-liche, so weit er als Subjekt desselben empfänglich ist,im Menschen verwirklicht, sondern im vollen Erustc „Gott"selber „im Menschen geboren werden" oder auch „in den-selben einwandern laßt", so daß nunmehr in vollem Ernste, ja„eigentlich nicht der Mensch, sondern Gott und insbesondereChristus („der Herr") in ihm leben, handeln und wirken" soll.Nach dieser Lehre ist natürlich der Mensch, der „wiederge-horne" oder „umgeschaffene", über den 2"thum sowohlals über die Sünde schlechthin erhaben! Ijnd eS ist be-kannt, wie neuerlich eben diese Mystik mit der Miene deSTiefsten, selbst der „tiefsten Wissenschaft aufge-

treten ist. Aber gleichwie die Mystik, indem die ungültigeSeite derselben*) im größten Maße eintritt, laut der Mo-ral- und Religionöphilosophie gegen die Grundbegriffe derSittlichkeit und Religion dermaßen verstößt, daß sie kraftder Folgerichtigkeit mit dem Materialismus und dem Gö-tzenthum auf Eine Linie gesetzt werden muß, trotz jederfrommen oder christlichen Rede: eben so verstößt sie gegenalle Psychologie; und kein Wunder, wenn sie dann miteiner Physiologie; die sich aus der sogenannten Naturphi-losophie entwickelt, zusammentritt! Welche Spielereycnoder Traomercyen sind da zeithcr besonders über den Mag-netismus (wie gegründet übrigens die Sache von einerandern Seite seyn mag) hcrvorgegangen auf deutschem Bo-den!! Wohl kam dabey auch Tieferes vor, das nicht ver-kannt werden soll. Allein die Psychologie darf von derEthik nicht getrennt werden. Und eben die Moralphiloso-phie wird ja von der Mystik, indem sie sich zum Mysticis-mus gestaltet, besonders aus dem Auge gelassen, geradewie von der neuesten Jdealistik. Auch daher rührt das be-kannte, enge Bündniß dieser mit jener, und besonders die

) Daselbst. S. 347-