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Fortgange der Zeit und der Bildung eintreten. Und aufsolche Art findet sich derselbe stets völliger ein, indem ebenderWille, der göttlichgefinnte, den" Verstand weiter anwendet.Auf eine dem Zwecke der Menschheit entsprechende Weisein Thätigkeit gesetzt, wird die Denkkraft zu gleicher Zeitals solche immer mehr entwickelt, auSgebildet, geschärft undverstärket. Wie könnte dann irgend eine Besonderheit, diebloß von Außen sich ansetzte, bestehen?
Wenn jedoch ein solches Angebilde längere Zeit festge-festen, und mit dem Gewissen, ja mit dem besten Theiledes Menschen in dem auffassenden und verwirrenden Sinneverwachsen ist: dann geht dir Aufhebung des Zrrigen nochweit schwieriger vor, zumal wo überdies eine Art von hei-liger Scheu vor dem Verstandesgebrauche obwaltet. Alsohier ist wohl eine besondere Aufmunterung — ,,^uäs ss-xere"! — nöthlg. Und das Erste, was eintreten muß, istwohl die bestimmte Einsicht, wie der Verstand dem Höhe-ren, dem Einen Göttlichen*) untergeordnet werden solle,aber keineswegs unterdrückt werden dürfe. Denn nichtauf Seite deS Willens liegt ja, in diesem Falle, der Feh-ler. Ja auf solche Art kann die Angewöhnung selbst mitdem frommen Sinne zusammenwirken. Daher die besondereMacht der „religiösen Vorurtheile."
Entschieden ist demnach, selbst aus der menschlichenNatur, die Gültigkeit deS Satzes: gleichwie laut der Ethik,daS Böse, wenn es einmal vermöge der unsittlichen Stim-mung deS Herzens die Physis durchdrungen hat, nur nachund nach wiederum aus derselben vertilgt werden kann;eben so kann auch der sittlich gestimmte Mensch daS Irrige,welches ihm von Außen angebildet ward, vermöge der Ver-bindung deS Verstandes mit dem Denkorgane oder mit die-sem Theile der Nerven, sich mechanisch festseßte, nur all-mählig und so stets völliger (vielleicht aber nie völlig) auf-
') D. d. allgem. Philos. S. 277 u. w.