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bar. Zunächst kann daS Gedächtniß wie eine Natursachebehandelt werden. Die Uebung kann unter besondereRegeln, die bloß einem Gesetze der Natur entsprechen, ge-bracht seyn. Sind auch eigene, von der Willkühr angege-bene, Zeichen hiebey festgesetzt; so mag doch zu diesem Be-huf« bloß ein mechanisch bestimmter Zusammenhang inBetracht kommen. Daher die, neuerlich öfters zur Sprachegekommene, Mnemonik als eine Art von Kunstwerk.
Was jedoch im Ganzen auch hierüber entscheidet,ist der direkte und indirekte Einfluß des Gött-lichen. Nie entweichet der Mensch, indem er subjektiv ein-tritt, diesem Kreise. Wo sich nun dasselbe wirklich einfin-det: da wird — jedes Andere gleichgeseßt! — das Ge-dächtniß in einem stets höheren Grade den erfoderlichenund entsprechenden Dienst leisten. Selbst dem schwächerenKopfe bietet sich dann, vergleichungsweise, leicht dieses undjenes Einzelne dar, zumal, wenn ein solches der Sache,welche die individuelle oder subjektive Würde bestimmt, nä-her und besonders zusagt. Und was besteht im entgegen-gesetzten Falle, sey eö auch, daß noch diese und jene Erin-nerung sich öfters und leicht ergebe, verknüpft mit demNetze, welcher dem „Interesse", in diesem Sinne desWortes, entspricht? Denn wohl gibt es auch ein schönesInteresse; solches hat eben in jenem Falle Statt; und das-selbe ist eben der gedachte, mächtige und bleibende Hebelder Erinnerungskraft. — Eine „Vergeßlichkeit", die bloßauf dem Wege der Natur, z. B. mit dem Alter eintritt,hebet jenes höhere Vermögen und jene Erinnerungen nichtauf, welche dem Reiche der Menschheit in seinem Zusam-menhänge mit dem Universum angehören. Keine scheinbareErfahrung, kein materialistischer Einwurf kann den, wel-cher die Idee begriffen hat, irre machen.
Noch ist ein besonderer, logisch bestimmter Zu-sammenhang des Gedächtnisses mit dem Verstände zu be-merken. Es kann sich treffen, daß Jemanden, der fürEinzelnes, Abgerissenes, z. B. Anekdoten, fast gar kein