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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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262
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gesetzt ist: so mag wohl die logische Kraft, folgend als sol-che ihrem Gesetze, und das etwa vorhin nur dunkel Ge«dachte weiter bearbeitend (den Gedanken fortspinnend), —zu einer Klarheit, Deutlichkeit lind selbst, so weit, zu einerGründlichkeit gelangen, welche dem spekulativen Denker,dem wachenden, noch (in diesem und jenem einzelnen Punkte)nicht erreichbar gewesen. Aufgeregt durch die Einwir-kung der Phantasie auf die Physis, leisten hier die Dcnk-nerven den völliger« Dienst. Za es mag sich treffen, daßder spekulative Denker, selbst in Ansehung dcö Höchsten,erwachend bey einem solchen Gewinne aus dem Bette demSchreibtische zueilt, um sich zu erhalten, zu sichern, wasihm dergestalt — im Traume sich ergeben! — Und werweiß nicht, welchen Einfluß die Vorstimmung des Herzens,die sittliche oder unsittliche, auf die Art und die weitereGestaltung des Traumes hat? Schon Plutarch wies daherauf den Traum als eine Quelle der Selbsterkenntniß hin,—auch der tieferen Kenntniß oder Kunde (Menschenkunde) die-ser Art. Aber so ist der menschliche Traum selbst vondem thie rischen wesentlich verschieden. Und soweit er,hellet denn schon hieraus, auch in diesem Betracht und aufmehr als Einer Seite, die Oberherrschaft des Geistes.

3 .

Macht der Psyche über die Physis in solchemVerbände der Letzteren mit der Phantasie,dem Gedächtniß und dem Verstände.

Sey es nun, daß die Phantasie in diesem Verbändemit der Sinnlichkeit öfters eine große Gewalt besitze, jaeine tyrannische Macht ausübe, indem eben dieselben Ein-bildungen, die man Einfälle oder auch Gedanken heißt,stets wieder selbst dem widerstrebenden Gemüthe sich auf-dringen: so besitzet doch immer, wofern sonst keine Störungdeö Organismus eintritt, der menschliche Geist auch in die-ser Hinsicht eine unbedingte Macht. Eine unbedingte, nicht