als habe es selber und wirklich gedacht, was nur als mög-lich und überhaupt gesetzt war. So erhalt derselbe Ge-danke ein besonderes Gewicht; so wird die Denkkraft, indiesem Verbände mit der Einbildungskraft, gleichsam ge-reizt, denselben wiederzubringen. Konnten doch „die got-teslästerlichen Gedanken", wovon Vincenz von Paul einegeplagte Seele dieser Art befrept hatte, in seinen Geist(Denkgeist) selbst übergehen, und ihn, wenigstens eine Zeitlang, verfolgen! *) Zudem er sie dort zu verbannen such-te, ward er damit näher bekannt; und er legte natürlichein besonderes Gewicht auf dieselben. So waren sie ihmmechanisch nahe gekommen.
. Wie endlich die Phantasie mit dem Verstände zusam-menspielen und, soweit, bloß mechanisch zusammenwirkenkönne: dies zeiget sich bekanntlich nirgend so auffallend,wie im Traume und in den mancherley Gestaltungen des-selben. Nicht allein mit dem Gedächtnisse spielet hier diePhantasie zusammen; sondern auch der Verstand, die Denk,kraft als solche, wird dadurch in Thätigkeit gesetzt. Heißtaber diese Thätigkeit gleich hier, im Traume, mechanisch;so ist sie doch immer, mehr oder weniger, abhängig voneiner früheren, mit Bewußtseyn verbundenen und durch denWillen bestimmten, Verstandesthätigkeit. Freylich, wodie Phantasie bloß mit dem Stoffe, welchen ihr daS Ge-dächtnis darbietet, spielt, da ergeben sich wohl die wunderli-chen Zusammensetzungen und Versetzungen, nach denen daSSprichwort entstanden ist: „Man kann nicht narrischerträumen." Allein eö gibt auch spekulative, so wie mo-ralische, Träume. Wenn oder nachdem einmal, in die-sem Zustande der Bewußtlosigkeit, die vorhin geübte Denk-kraft und folglich der Verstand durch die Phantasie ange-regt, und dem vorhandenen Stoffe zufolge in Thätigkeit
') M. s. das Leben dieses frommen Menschenfreundes von Fr. L-Grasen zu Srollberq.