260
Verbindung der Vorstellungen (die sogenannte „associstioiclesrum"; denn so wenig als dort, bey der „fixen", sollhier die Idee Vorkommen).
Diese Macht der Natur zeigt sich besonders in dem,was man „Einfälle" nennt, so wie eben da Gedächtniß,Phantasie und Verstand Zusammenwirken. Daher insbe-sondere s) „die wunderlichen Einfälle", wo eben,sofern dabey Gedanken sind, der Verstand als eine mecha-nisch bestimmbare Kraft von der Phantasie nach einemStoffe, den ingeheim das Gedächtniß liefert, angeregt undin Thätigkeit gesetzt wird, so daß hiebey sie, die Einbil-dungskraft, spielend vordringt; b) „die unreinen oderunkeuschen Gedanken als Ei nfälle" , indem ebendie Phantasie nach ihrem geheimen Verbände mit der Sinn-lichkeit bey dem erwachenden und erwachten Gcschlechtstriebevortritt, und die Denkkraft, theilS an sich, theils vermögeder sich entwickelnden Neu - und Wißbegicrde, in die ent-sprechende Bewegung versetzt, so daß, indem das reine,keusche Gemüth sich dagegen sträubt, aber scheu vor demLösen ein Gewicht auf den Einfall legt, Phantasie undVerstand durch eine solche Besorgtheit selbst wieder gereizt,von Neuem aufgeregt, und daher eben dieselben „Gedan-ken", als bloße Einfälle, wiedergebracht werden — wieoft wurde, was dergestalt ganz natürlich aus dem Men-schen hervorgegangen war, als die Eingebung einer äuße-ren, bösen Macht vorgestellt! —; und o) selbst „gottes-lästerliche Gedanken" als bloße Einfälle und soals Plagen eines frommen, aber sonst noch schwächer»,Gemüths. Bey der frommen Strebung selbst im Unbe-stimmten schwebend, regt die Phantasie den Verstand wohlauch zu dem wunderlichen oder „närrischen" Gedanken auf,ob eS denn wohl möglich wäre, etwas Ungebührliches(dies oder das) von — Gott zu denken? Unglücklicher Ein-fall! Mehr als kindischer Vorwitz! Aber schnell entsteht dieheilige Scheu: daö Gewissen erwacht, und das erschreckteGemijth machet sich, wenigstens zweifelnd, den Vorwurf,