253
<K>
er wird unterdrückt, anstatt (dem Göttlichen überhaupt)untergeordnet zu werden. So ist erklärbar, wie auch Men-schen von ausgezeichnetem Talente, unter solchen Umstan-den, Dinge nachsprechen und vertheidigen konnten, welchesie, wofern dieselbe Denkweise in ethischer und physischerHinsicht auch sonst gegolten hatte, selbst in daS Narren-oder in daö Zuchthaus geführt haben würden. Auf solcheArt wird der Aberglaube ein Tyrann des menschlichenGeistes. Aber auch der Unglaube, so weit er Theorie ist,kann von Außen, eingebildet und so mechanisch befestigtwerden.
Es gibt also auch eine — theilweise — Unfreyheit (Ge-bundenheit) des Verstandes, die nicht von dem Willen her-kommt, nicht von der Unfreyheit —Unstttlichkeit abstammt;und auch ein großes Talent, so wie eine große Ausbildungund Gewandtheit des Geistes (Denkgeistes) in 'Anderem,schließet diese Unfreyheit des Verstandes nicht aus — imKreise der Gegenwart oder in irgend einer gegebenen Zeit.Und so oder so weit kann auch bloß psychologisch (dem sitt-lichen Charakter ganz unbeschadet) erklärt werden, wie Je-mand in Betreff eines Positiven, welches bloß historischoder äußerlich ist, ein Unfrey er ward.
Selbst als Urtheilskraft ist der Verstand von dem frü-her» Eindruck abhängig: wer kennt nicht die Macht, ja dieGewalt der Zugend-Eindrücke? Und wie Gedächtniß undPhantasie dem Verstand insbesondere Stoff liefern sollen:so können diese hier nach ihrer Abhängigkeit von der Phy-sis eigens betrachtet werden.
2 .
Von dem Gedächtnisse und der Phantasie ins-besondere, unter dem Gesetze der Natur. —Einfälle; Träume.
Die empirische Psychologie hat bekanntlich der Tat-sachen gar viele, woraus die besondere Abhängigkeit desGedächtnisses von der Physis des Menschen erhellet. Nicht