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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
Entstehung
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Reiche der Menschheit; darum heißt alles Andere be-dingt. Dieser Grundsatz gilt überall zuerst, wofern nichtder Materialismus eintritt. Und diesem Grundsätze der Ver-nunft sagt die Erfahrung zu, bey jedem schärfer» oder an-haltender» Blick in die Wirklichkeit. Daher kann gesagtwerden: I. in Elemente der Göttlichkeit (Würdigkeit) nimmtdas geringere Talent zu; und ll. im Elemente der Ungöttlich-keit (Unwürdigkeit) nimmt das größere Talent ab, nämlich dasUcbrige gleich gesetzt, oder abgesehen von dem störenden undhemmenden Einfluß einer physischen Ursache! So erhelletvon selbst, was da erfolgen müsse, wo das große, ausge-zeichnete Talent mit dem göttlich gesinnten Willen zusam-mentrifft. Die Verschiedenheit aber, die zwischen Menschenund Menschen auf der Verstandeöseite nach Anlage undmöglicher Ausbildung bekanntlich gar auffallend ist, kanndenjenigen nicht stören, der seinen Blick auf das Universumrichtet: die Ausgleichung wird folgen. Diese ist entschie-den, kraft der Idee, also einem Jeglichen, dem die Ideeselbst keine Träumerey ist, wie dem eigentlichen oder folge-rechten Materialisten. Denn wo der Kopf allein, nicht zu-gleich (ja zuvörderst) das Herz, materialistisch gestimmt ist:da erscheint ja nothwendig die edle oder schöne Folgewi-drigkeit. Genug also, daß gegenwärtig nicht das Ver-ständige als solches entscheidet.

Wohl aber stehet der Verstand auch unter dem Ein-flüsse der Physis, ohne daß die Leidenschaft oder einedes Menschen unwürdige Erregtheit deö GemüthS mit-wirke. Es gibt eine Verstimmung, eine Unaufgelegtheit,eine üble Laune u. s. f., welche bloß Folgen der Einwir-kung des Körpers auf den Geist sind, und zunächst auf dieVerstandesthängkeit störend und hemmend einwirken. ESkann scheinen, als ob ein völliger Stillstand eingetretensey. Daher auch die Anwandelungen zur Melancholie,Hypochondrie, als bloße Folgen dieser Abhängigkeit derPsyche von der Physis. Denn wohl könnnen selbige auch,wenn gleich erst weiterhin, aus der Leidenschaft erfolgen.