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nur gespielt, sey es auch, daß man die Leidenschaften für„die Winde auf dem Meere deS Lebens, und die Vernunftfür den Steuermann" erkläret: als müßte das Schiff desLebens eben so nothwendig ohne die Leidenschaft stille ste-hen, als ohne die Vernunft irre gehen! Wo sreylich derMensch nichts weiter ist, als ein gesteigertes oder ein ver-ständiges Thier: da kann jeder Trieb oder Antrieb nur auSdem physischen Grunde aufsteigen. Die Bestimmbarkeit derphysischen Triebe, Begierden und Neigungen durch dasPsychische (Ueberphysische) wird da keineswegs erkannt, al-so nicht eingeschen, wie jene mit diesem harmonisch, ja ein-stimmig wirken mögen, und wie dadurch die psychische Wirk-samkeit selbst — nicht an sich, aber in diesem Gebiete derErscheinungen— unterstützt werden könne. Die sogenannteVernunft aber, in der Sprache des Materialisten, ist ei-gentlich bloß der Verstand im Dienste der Thierheit (ein ge-horsamer Diener der Sinnlichkeit). Und was ist da vol-lends „die große Leidenschaft", z. B. „der Ehrgeitz, denman als die Seele großer (!) Thaten" aufführt? Nein,wo die Selbstheit mit der Selbstsucht behaftet ist: da magweder ein Großes noch ein Schönes hervorkommrn.
Betrachten wir nun den Menschen nach seinem Ver-hältnisse zum Höhern auf der einen Seite, und zum Nie-dern auf der andern, wie er sich nämlich von jenem tren-nen , und diesem hingeben kann: so erscheinet die Leiden-schaft in ihrem ganzen Umfange. Nur von einem Selbst,das zwischen Gott und der Natur in de.r Mitte steht, kanndie Leidenschaft ausgehen; nur in einem solchen kann sieentstehen. Und füglich dürfte sie daher nach den angegebe-nen Kennzeichen Selbstsucht genannt werden, vorausge-setzt ä.. das subjektive Selbst und U. dessen Abfall vomGöttlichen. So ist dieselbe a) ohne Bezug auf das Physische,und b) mit Bezug auf dasselbe denkbar. Das heißt, wennman will: es gibt eine psychische und eine physische