Druckschrift 
Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

240

hiemit das Psychische vermöge. Welche Veränderung kannda in der Folge, im Fortschritte der Bildung, Vorgehen!Und welche Aenderung geht da selbst in der Empfänglich-keit für die Affekte vor! 2a unbedingt ist die Macht derPsyche. Aber nicht unbegränzt! Ein Neues zu schaffen,oder eine völlige Umänderung deö Physischen, was da istund eine bestimmte Anlage und Stimmung bildet, zu be-wirken , das allein vermag sie nicht.

Die indirekte Macht des Göttlichen und soweit desPsychischen offenbart sich besonders bey dem, womit nur einunwürdiger Affekt verbunden seyn kann, ja was diesen Af-fekt theilö voraussetzt IheilS von Zeit zu Zeit wieder her-vorruft.

3 .

Die Leidenschaften (passiones). Neigung undHang. Eintheilung der Leidenschaften.Wie sich die Leidenschaft von dem Eifer sowohlals von der Begeisterung unterscheide?

Nicht mit dem Affekte überhaupt, sondern nur mitdem, welcher des Menschen unwürdig ist, kann sich dieLeidenschaft zusammenfinden. Diese Bedeutung ist wenig-stens im Ganzen vorherrschend, so daß z. B. von eineredeln oder auch nur liebenswürdigen Leidenschaft nicht wohldie Rede seyn kann, wo nicht etwa eine Art von Meta-pher Statt finden darf, wie z. B.:er ist leidenschaftlichfür das Gute eingenommen."

Auch sagt die innere Bildung des Wortes jener Be-deutung zu: es drückt einen Zustand des Leidens auö.Nicht dazu ruft den Menschen die Bestimmung, die seinerWürde entspricht. Denn ist dieses Leiden kein solches,welches ihm auferlegt ward, damit seine Kraft und hiemiteine seiner Bestimmung entsprechende Thätigkeit sich daranerweise. Sondern es wird angenommen, daß der Menschselber sich in diesen Zustand versetzt habe. Dem Wahnsinni»