238
„seinen unentwickelten, besinnungslosen (! ) Lebendigkeiten.„Darum vermag der Mensch zu herrschen auf der Erde,„nur wenn sein Gedanke befreundet und einig ist dem Er-„denleben, und von den dunkeln Trieben (!?) desselben„selbst erzeugt." Wem erklingt da nicht die ZdentitätSlehrewieder, nach der letzten Erklärung ihres Meisters: das Ob-jekt — Physis als Grund, und das Subjekt im logischenSinne aufsteigend auf diesem Grunde!
Betrachtet man die Affekte auf der Natur feite al-lein oder besonders; so ergibt sich die Eintheilung derselbenin die schmelzenden und rüstigen oder, wenn manlieber will, in die beschrankenden und entbindenden. Zuden erstem rechnete man Betrübniß, Furcht, Abscheu, Er-staunen u. s. f., und zu den letzteren Freude, Trost, Hoff-nung, Muth, Bewunderung u. dgl. Von dieser Seite wirddie Empfänglichkeit für die Affekte durch das „Tempera-ment" vornehmlich bestimmt. So weit, aber nur so weit,kommen hier die sogenannten Temperamente in Be-trachtung, indem wir die Lehre davon theils der „Physio-logie des Menschen" theils der empirischen Psychologieüberlassen. Und bedenken wir nun das leichtblütige, daSwarmblütige, das schwerblütige und das kaltblütige *) Tem-perament; so erhellet leicht, mit welchem der rüstige oderentbindende, und mit welchem der beschränkende oder schmel-zende Affekt verbunden seyn möge. **)
*) t) Für das sanguinische haben wir auch daS „kindliche oderfranzösische", 2) für das cholerische — daS „jugendliche oder ita-lienische", Z) für das melancholische — das „ männliche oderbritkische", und 4) für das phlegmatische — das „greisliche oder(!) deutsche." Aber wie viel Unbestimmtheit in der Sache, trotzdem ,,L potiorl Lt cienominaiio!"
") Kant und Carus haben auch um diese Lehre ein ausgezeichne-tes Verdienst.