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Uebersinnlichen entweder in schöner Einheit oder im Wider-spruche, d. h. demselben untergeordnet oder nicht. Im er-,sten Falle brennt dann selbst das Feuer der Sinnlichkeitwieder auf dem Altäre der Sittlichkeit, der Religion unddes Rechts.
Und mit dem physischen Triebe erscheint die Begier-de: ein Streben, ja eine heftigere Strebung nach dementsprechenden Gegenstände; und jede Kraft wird, bey sol-chem Verlangen, aufgeboten, um denselben zu erlangen.Die Begierde dringt als solche vor. Kein Wunder, wennda in Bezug auf den Affekt, welcher deS Menschen unwür-dig ist, die Begierden in einen so bösen Ruf gekommensind! Indessen, wie der physische Trieb, so kann auch dieBegierde eine Richtung auf das Uebersinnliche erhalten.Daher auch „die fromme" und selbst „die heilige Begierde"(„nach Gott" rc.); — und warum dann nicht auch die schö-ne, im schneidensten Abstiche mit der wilden, welche in derherrschenden Sinnlichkeit waltet? In der Begeisterung, derExtase, Verzückung (im guten Sinne) u. s. w. lebt die schö-ne, wie die fromme, Begierde. Und wenn hier die Physis,wie solche zum menschlichen Körper gestaltet ist, verklärt,erleuchtet und erhoben wird; so äußert sich wieder jeneOberherrschaft der Psyche. Ist hier nicht zugleich jenesGöttliche wirklich, welches den Menschen schon seiner An-lage nach von dem bloßen Naturwesen nicht bloß dem Gradenach unterscheidet? Wird hingegen in dem Affekte, welcherganz entgegengesetzter Art ist, die Physis entstellt, verfin-stert, verwildert und aufgezehrt; so ergibt sich ein Thatbe-weis, daß im Lande der Menschheit nichts dauere, wasnicht auf dem Grunde des Göttlichen ruht. So „fressendie Begierden an dem Herzen." Aber die reine, schöne rc.Begierde weiset zugleich auf das höhere Begchrungsvermö-gen zurück, wie das Gefühl in seinem Unterschiede von derbloßen Empfindung auf das Gefühlsvermögen (Th. i. Nro.UI. 1.)