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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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entspricht der bloßen Empfindung. Daher z. B. die Em-pfindung des Schmerzes bey dem Stoß an die Hand.Wie aber im anderen Falle die Anregung von dem Geisteausgeht, und daher die geistige heißt; so entspricht sie demGefühle und der hierdurch bestimmten Empfindung. Soentsteht z. B. das Gefühl des Schmerzes bey der Nach-richt von dem Tode eines geliebten Menschen. Und indemdas Gefühl anhaltend wird, gestaltet sich dasselbe zur Em-pfindung. Aber diese Empfindung verhält sich dann zu je-ner wie das Menschliche zu dem bloß Thierischen, sofernauch bey dem Menschen noch ein solches vorkommt. Wiedas Gefühl zur Empfindung sich fortbilde, also die Psychevon dieser Seite die Physis anrege; dies erhellt besondersaus der Art, wie ein Gemüth, dem die entsprechende Vor-stimmung nicht fehlet, bey dem Lesen, Anschauen oderAnhören einer schönen That, einer edeln, großmüthigenHandlung entzückt wird; gleich dem elektrischen Funkenwirkt die Regung mächtig, als lebendige Empfindung, durchdie ganze Physis hin; aber aus der Tiefe des Gemüths,von dem Mittelpunkt der Psyche, ist sie ausgegangen alsGefühl. Diese Bedeutung des Wortes Gefühl ist allerdingsnoch keineswegs entschieden. Aber sie dringt doch bereit-im Ganzen vor. Und wenn sie durchdringt; so darf aller-dings in der Physiologie, Pathologie, Zoologie «. s. w.von Gefühl oder Gefühlen keine Rede mehr seyn. Höch-stens als eine Art von Metapher mag sodann dasWort hier noch, hin und wieder, Vorkommen. Also dasGefühl, nach unserer Ansicht, setzt immer den Eindruck desUebersinnlichen voraus, wie unerklärbar dann auch ein sol-cher Eindruck seyn mag, und wie dann auch das Gefühlheiße: moralisch oder religiös, oder beydeS. Die nähereBestimmung hierüber kann und soll erst Nachfolgen: inder Moral- und Neligionsphilosophie. Und eben diesenbleibt Vorbehalten, zu zeigen, was von Seite des Men-schen als Subjekts erfodert werde, damit er, irgend Ei-ner, wirklich fühle, und dann zart fühle, tief fühlen, s.w.